5.6. neu: Videos: Tajikistan, Usbekistan hochgeladen…..

18.6. Haben euch wieder was hochgeladen um sich die Augen wund zu sehen; Fotos Mosambique, Swaziland, Lesotho, Südafrika und en Teil vo Namibia ueglade plus ein Video von Kenia sowie ein Video von Lesotho

viel Spass und viele Grüsse

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Israel, 28.9.-14.10.10

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28.-29.9. Grenzübertritt Jordanien, Grenzübertritt Israel

Durch ein Gittertunnel wo unser Mitsu gerade noch knapp hindurch passte kamen wir zum ersten Posten welcher uns einen kleinen Zettel in die Hand drückte mit dem wir weiter zu den Custums durften. Dort standen viele Syrische Fahrzeuge in Reih und Glied und von Kofferraum bis Motorhaube wurde alles kontrolliert. Wir wurden rechts vorbeigewunken nach vorne wo wir beim Häuschen einen Stempel auf den Zettel kriegten, kontrolliert wurden wir nicht. Im nächsten Bereich stellten wir das Fahrzeug ab und Tim machte den Rundgang: Geld wechseln bei der Bank, Visa für uns beide besorgen (je 10 Dinar = ca. 13 Dollar, Double Entry ist an der Grenze leider nicht möglich) und weiter Versicherung für das Fahrzeug abschliessen. Die Wahl dabei war eine Versicherung für 3 Tage, 2 Wochen oder 1 Monat abzuschliessen. Wir steckten kurz die Köpfe zusammen und entschieden uns die Monatsversicherung abzuschliessen da wir 2 Wochen in Israel verbringen wollten und danach noch 2 Wochen in Jordanien, so hätten wir falls die Sudanesen irgendwann was fragen würden klar was auf Papier das impliziert dass wir 1 Monat in Jordanien waren. Der Spass mit der Versicherung kostete stolze 73 Dinar. Beim letzten Posten war die Registrierung des Fahrzeuges dran wo Tim wie in Syrien schon gefragt wurde ob es ein Diesel- oder Benzinfahrzeug sei. Natürlich ein Benziner antwortete er um eventuelle überflüssige Kosten zu sparen, dummerweise fehlte uns irgendein Zettel vom Costumsposten wo wir nicht kontrolliert wurden und der Beamte meinte wir sollen dahin zurückfahren. Simon fuhr ganz sachte nahe dran den Motor abzuwürgen während der Beamte zuschaute wie aus dem Auspuff schwarze Wolken hervorstiessen, wir dachten der muss blind sein wenn er nicht merkt dass es doch ein Diesel ist. Bei den Costumsjungs erhielten ohne grosses rumgeeiere unseren Zettel worauf Simon den Bus wieder am anderen Ende abstellte während Tim nochmals zum Registrierungsbüro lief wo zum Glück der erste Beamte nicht mehr da war und er einen anderen anhalten konnte den Spass schnell hinter sich zu bringen. Wir versuchten noch dem einten oder anderen Grenzbeamten Tomaten anzudrehen, da wir schlichtweg zu viel hatten, wollte jedoch niemand haben, schade. Weiter waren noch 20 Dinar fällig für Roadtax und schon waren wir in Jordanien.

In Ramtha zogen wir uns ordentlich Jordanische Dinar und fuhren über Irbid Richtung Israelische Grenze. Nahe Irbid füllten wir alles was ging mit Diesel, da wir hier lediglich 0.45 Dinar also ca. 60 Cent pro Liter bezahlen und in Israel kostet der Spass glatt das dreifache oder mehr. Noch vor der Grenze bogen wir von der schön ausgebauten Hauptstrasse rechts weg auf einen Hügel wo wir noch fast ein Chamäleon überfuhren. Wussten gar nicht dass es hier Chamäleons gibt, echt lustige Viecher. Wir machten uns Pasta mit den übermässig vielen Tomaten und drehten noch viele davon zwei Bauern an welche uns unablässig beobachteten. Als wir uns einen Film anschauten hielt an der Strasse unter uns ein Truck und wir sahen ca. 4 Taschenlampen in der Gegend herum leuchten und dann auf uns zukommen. Vorsorglich leuchtete Tim ihnen mit unserer starken Taschenlampe voll ins Gesicht um zu gucken wer denn da geschlichen kommt. Es war ein Trupp Männer welche vom Dorf in der Nähe kamen da sie gehört hatten, dass sich da Fremde aufhalten und sie wollten nach dem rechten schauen ob da Gefahr in Verzug ist. Nach einem kurzen freundlichen Schwatz und der Erklärung dass wir morgen wieder weg seien machten sich die Jungs mit einem Lachen im Gesicht auf den Nachhauseweg.

Morgens waren wir zügig bei der Sheikh Hussein Bridge und checkten bei den Jordanier schon wieder aus. Die Grenzbeamten wollten es echt wissen und wir mussten fleissig Kisten ausräumen und aufmachen während andere Beamte neugierig ihre Nase in jegliche Fächer reinhielten und uns ein paar Ricola Bonbons klauten, echt dreist. Der Spass begann als sie unsere zwei Pfeffersprays fanden und sie gleich mal konfiszierten. Wir lächelten artig weiter und warteten bis die Dame uns am Computer ausgetragen hatte und wir zum nächsten Posten durften. Dort hatte Tim etwas Theater da der Herr dort den Roadtax Zettel einziehen wollte welcher Tim jedoch nicht hergeben wollte, da wir ja in 2 Wochen zurücksein werden und dann nicht gleich nochmals bezahlen wollten. Nach Vermittlungsbemühungen von Israelis musste Tim den Zettel tatsächlich rausrücken und noch 5 Dinar Bearbeitungsgebühren hinblättern. Ganze 20 Dinar für einen Tag etwas durch Jordanien kurven, teurer Spass. Der Beamte mit unseren Pfeffersprays welcher uns die Ricolas gemopst hatte hiess uns ihm nach zu dackeln wo wir im Büro von seinem Chef hier und da unterschreiben mussten bevor wir die Pfeffersprays zurückbekamen. Wir stempelten noch kurz unsere Pässe aus und zack waren wir auf der Israelischen Seite wo wir uns wieder einmal in einem freundlich gesinnten zivilisierten Land wähnten und dachten wir wären da schnell durch.

Das erste was auffällt sind verdammte Bären die im Urlaubskostüm und dicker Knarre herumstehen und sich als Grenzsoldaten entpuppen und was wir bis anhin an keiner Grenze gesehen hatten, viele Frauen die bei den Zollbehörden arbeiten. Wir lieferten als erstes gleich unsere Pfeffersprays ab nachdem sie nach Waffen gefragt hatten und wir fuhren weiter zum nächsten Posten. Da sassen im Kabäuschen zwei Mädchen welche uns getrennt voneinander unsicher Fragen stellten welche sie von einer Liste ablasen; Wie heisst ihr Grossvater, gehen sie in das Palästinensergebiet, wo sind sie Geboren, wie heisst ihr Vater, wie heisst die Mutter usw. Als wir dann endlich unseren Stempel im Pass hatten waren wir beim Costums wo der richtige Affentanz losging. So eine Grenztussi kam daher und sagte; „ Take everything out of the Car and put it on the Trolleys!“. Hören wir ja nicht zum ersten Mal und wir fragten artig welche Kisten sie den mit „everything“ meint. Etwas zickig erwiderte sie mit allem meint sie alles, wortwörtlich. Simon wurde sauer und fing an die kleine etwas anzufahren wieso wir denn alles rausnehmen müssen worauf sie meinte: „Because I said so.“. Was für eine blöde Kuh. Ungläubig holten wir 6 Trolleys her und räumten vom Federballschläger zum Salzstreuer bis zu den Socken und sogar die Matratze auf die Trolleys rauf. Im Scanner schoben wir alles auf das Laufband was echt Zeit beanspruchte. Die Axt und Säge konfiszierten sie gleich vorweg und unsere Laterne nahmen sie auch auf die Seite auf was für ein Verdacht auch immer. Eine Gemüsetante kam nach anruf auch vorbei um uns die Kiste Tomaten wie die Granatäpfel aus Syrien wegzunehmen wegen Früchte nach Israel reinnehmen ist nicht. Wir zwei hatten die Nase von den Jungs gestrichen voll und das Warten ging erst los als wir die gescannten Sachen wieder auf unsere Trolleys geladen hatten. Denn das Auto wo wir den Schlüssel abgeben musste wurde in eine Garage neben dem Zollgebäude gefahren wo es gründlich auseinandergeschraubt wird. Stolze 5 Stunden dauerte es bis wir dann den Bus zurückerhielten und das ganze Karsumpel wieder eingeladen hatten und endlich nach Israel reinfahren konnten. Wir hatten die Nase gestrichen voll und wären am liebsten geradewegs wieder raus und weiter durch Jordanien gedüst. Hätten wir gewusst was am Abend noch auf uns wartet hätten wir es wahrscheinlich auch gemacht.

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29.-30.9. Hula Valley (Jordan)

Wir fuhren auf astreinen Strassen an hochtechnologisch bewirtschafteten Plantagen vorbei nach Beit She’an wo wir uns etwas Shekel herausliessen. Weiter tuckerten wir mit schönem Blick auf den idyllischen See von Galiläa über Tiberias hoch nach Rosh Pina wo sich angeblich viele Künstler niedergelassen haben sollen. Wir verfuhren uns etwas im Quartier bevor es uns zu blöd wurde und wir wieder auf die Autobahn zum Hula Nationalpark fuhren wo wir bei einem der vielen Seen dort übernachten wollten. Als wir vor den Seen bei einem geschlossenen Tor standen wo Öffnungszeiten und Eintrittspreise standen verstanden wir die Welt nicht mehr und versuchten es beim nächstgelegenen See. Dort wartete ebenfalls eine Tafel die einen Comicsteinbock darstellt auf und liess uns ebenfalls die Öffnungszeiten etc. wissen. Wir stoppten einen vorbeifahrenden welcher uns flotterweise durch eine Farm auf kleinen Wegen zum Jordan voranfuhr wo wir laut seinen Angaben problemlos Campen könnten. Der Typ mit der Frisur wie Pumukel erzählte uns er spiele in der Death Metal Band Winterhorde und wir würden echt nicht glauben dass sie aus dem engstirnigen Israel stammen würden und er wäre bald in Europa auf Tour wenn alles funktionieren würde. Weiter erwähnte er, dass er mit Gras diele und im Knast gelandet war und jetzt als Ratte für die Bullen arbeiten muss wenn er nicht weiter einsitzen will. Mit einem Stirnrunzeln bedankten wir uns für seine Hilfe und wünschten ihm für seine Musikkariere alles Gute. Als wir uns abseits von anderen voll ausgerüsteten Israelischen Campern (war Nationaler Feiertag) breitmachten waren wir ziemlich geschafft vom langen Tag bald am Schlafen. Morgens gegen 3 Uhr erwachten wir als es im Auto Taghell wurde. Simon meinte da habe einer effektiv 15 cm vor unserer Stossstange parkiert und als Tim ungläubig den Kopf herausstreckte waren da ca. 8 Israelis die gerade voll dabei waren nebst ihrem Generator mit Flutlicht auch eine Hifi-Anlage sowie ein 3×4 Meter langes Zelt zu installieren. Wir waren stocksauer und flöteten den Arschgeigen unsere Meinung was der Zirkus mitten in der Nacht soll da es links und rechts von uns über 100 Meter total freie Plätze gäbe. Nach viel hin und her mussten wir uns kochend vor Wut vom Acker machen um wenigstens noch 2 Stunden zu Pennen da die Russisch Juden sich Partout nicht mehr von unserem in Beschlag genommenen Platz entfernen wollten. Wir hatten die Nase von Israel gestrichen voll und bekamen unsere Erfahrungen auf anderen Reisen mit Israelis voll bestätigt, alleine sind die Jungs voll in Ordnung, im Rudel unausstehlich.

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30.9.-1.10. Golan Höhen

Morgens plantschten wir noch kurz im Jordan bevor wir unseren Bus sattelten und weiter in die zu Syrien gehörenden und von Israel besetzten Golan Höhen fuhren. Wir steuerten die Banias Wasserfälle an wo wir uns bei der Affenhitze etwas abkühlen und die schöne Gegend geniessen wollten. Da ja Feiertage waren hatten wir mühe einen Parkplatz zu finden und als wir loslaufen wollten mit Badetuch um die Schulter gewickelt laberte einer von uns etwas während wir erst gar nicht bemerkten dass der mit uns redet. Er meinte harsch dass das Baden nicht erlaubt sei und als wir sahen dass man für die Wanderung sowie den Besuch des Wasserfalls noch 21 Shekel hinblättern müsste (ca. 5 Dollar) waren wir einstimmig der Meinung die können uns den Buckel runterrutschen. Weiter in die trockenen aber schönen Hügel der Golan Höhen fuhren wir, links und rechts der Strasse von Zäunen mit Minen Warnungen verziert flankiert. Bei einem Aussichtspunkt stolperten wir über eine Syrische Festung, welche von den Israelis im Sechstagekrieg eingenommen wurde. Ausser uns war da noch ein Filmteam vom ZDF mit Christian Sievert welche dabei waren eine Dokumentation zu drehen über 1000 Km Grenzzaun oder so, wird glauben wir im Februar ausgestrahlt. Nach einem Schwatz mit den Jungs und Besichtigung der Tunnels und Gebäude sowie Audioinformationen über die Eroberung wollten wir uns eine Burg in der Nähe anschauen. Unterwegs sammelten wir Amir aus Tel Aviv auf welcher hier für eine Woche während seinem Urlaub in den Nationalparks herumwandert. Bei der Burg wo Amir sein Auto abgestellt hatte für seine Tageswanderung bestätigte sich die Vermutung dass die wieder ordentlich Shekel abziehen wollten und so schlugen wir uns mit Amir in die Büsche und kochten uns erst einmal einen Kaffee. Da wir auch noch im Kopf hatten etwas in den Golan Höhen zu Wandern fragten wir Amir nach seinen Plänen und schlossen uns ihm gleich an. Mit schöner Aussicht auf das Tal fuhren wir durch das extrem trockene Gebiet zu dem Yehudia Naturreservat wo wir auf einem Kiesparkplatz Campierten. Als wir die glorreiche Idee ein Feuer zu machen in die Tat umsetzten und wir vorsichtshalber den Feuerlöscher zu uns nahmen da der Wind die Flamen heftig Richtung hohes trockenes Gras züngeln liess dauerte es nicht lange und ein Wütender Ranger sprang aus seiner Karre und schnauzte uns an das Feuer umgehend auszumachen. Ein Kübel Wasser und der Abend war gelaufen.

Morgens zogen wir die Wanderstiefel auf und starteten nach einem Obolus von 21 Shekel mit Amir in den Yehuda Nationalpark, die Sonne brannte erbarmungslos. Schon nach ein paar hundert Meter ging es in eine Schlucht hinunter wo es dank dem Wasser und dem Schatten merklich angenehmer wurden. Nebst den schönen Steinformen an den Steilwänden genossen wir gleich ein Bad unter dem Wasserfall und dem natürlichen Wasserbecken bevor wir weitergingen. Wandern kann man hier schlecht sagen, den Grossteil musste man den Felsen entlang klettern oder sich durch dicke Vegetation hindurch ducken. Teilweise waren Metallstufen in den Fels gehauen damit man sich hinunter oder hinauf angeln konnte. An manchen Stellen lag in der engen Schlucht ein 50 Meter langes Wasserbecken vor uns wo man wohl oder übel durchschwimmen musste und es keine anderen Möglichkeiten gab. Unser nicht wasserdicht gepacktes Gepäck hielten wir teilweise fast absaufend im Hundeschwumm über Wasser was leider nicht immer einwandfrei funktionierte und man halt nasse Schuhe etc. kriegte. Nach 5 bis 6 Stunden mit gemütlichen Stopps dazwischen waren wir alle drei völlig fertig nach dem eigentlich nur 4-5 Kilometer langen Track wieder bei den Autos. Wir verabschiedeten uns von Amir und wir planten unsere Route noch um damit wir ihn nach seinem Urlaub in Tel Aviv treffen können damit er uns etwas die Stadt zeigen könnte. Wir fuhren los zum Kibuz Ginosar, oberhalb von Tiberias auf der Westseite des Sees von Galiläa.

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1.-3.10 Kibuz Ginosar, See von Galiläa

Bei Dunkelheit fuhren wir im Kibuz Gionosar ein, wo Simons Tante Esther sich gerade aufhielt während ihrer Israelrundreise. Wir wurden von ihr gleich Eingeladen mit der heiteren Runde im Restaurant mit zu speisen. Für uns war das prall gefüllte Buffet das reinste Schlaraffenland nachdem wir die letzten Monate meist nur an Reis, Kartoffeln und Nudeln rumgeknabbert hatten. Wie es sich gehört stopften wir uns ordentlich voll bevor wir uns nach einem Bierchen mit Tante Esther an der Bar verabschiedeten und wir ausserhalb des Kibuz ein Schlafplatz suchen wollten. Kaum losgefahren entschieden wir uns noch vor dem Haupttor neben einem Kinderspielplatz kurzzeitig sesshaft zu werden und hauten uns hin.

Als am Morgen der Bus mit der Reisegruppe von Esther vorbeifuhr stoppten sie und Esther entschied sich kurzerhand den heutigen Tag mit uns um den See von Galiläa zu cruisen. Wir fuhren erst nach Tiberias wo wir nach einem verwöhn Frühstück der Promenade entlang spazierten. Wie schon im Kibuz ist hier eindeutig sichtbar wie der Wasserspiegel des Sees, welcher der Haupt Wasserversoger von Israel wie auch teilweise von Jordanien ist, zurückgegangen ist. Anlegestege für Schiffe stehen im trockenen und die Promenade befindet sich ca. 3-4 Meter über dem Wasserpegel. Weiter versuchten wir hier und dort an den See zu gelangen um etwas Baden zu können. An den meisten Orten war es gar nicht möglich an das Wasser zu gelangen da es Privatgrundstücke sind oder sie wollten schlichtweg etwas zu viele Shekel sehen. Schlussendlich fanden wir auf der Ostseite des Sees beim Kursi Nationalpark einen öffentlichen Strand wo wir uns ins Warme Wasser stürzen konnten. Wir fuhren danach weiter gleich auf einen Hügel hoch wo wir eine wunderschöne Aussicht auf den See geniessen konnten bevor wir uns die Ruinen einer Kirche anschauten, wo Jesus Dämonen in eine Herde von Schweinen trieb welche dann in den See rannten und ertranken.
Weiter gelangten wir noch rechtzeitig nach Kapernaun wo Jesus seine Heimat hatte während seiner einflussreichsten Zeit am See von Galiläa. Wie in den Moscheen mussten wir auch hier erst lange Hosen montieren bevor uns Einlass zu den Ruinen der Stadt gewährt wurde. Auf den Kieswegen standen unzählige Bänke wo riesige Touristengruppen sassen welche von ihrem Führer über die historische Stätte aufgeklärt wurden. Wir hörten da und dort noch etwas mit, bewunderten die Olivenpressen und begutachteten die Sinagoge aus dem 3 oder 4ten Jahrhundert wo ein Ausgebuffter Idiot von Architekt eine Potthässliche Kirche über die Ruinen gestellt hatte was den Ausblick auf den See versperrt. Der schöne Tag wurde noch abgerundet da uns Esther abermals zum Essen im Restaurant einlud wo wir uns erneut die Bäuche vollschlagen konnten, an dieser Stelle herzlichen Dank Esther. Wir übernachteten nochmals beim Kinderspielplatz und am nächsten Tag nach einem Buffetfrühstück im Restaurant verabschiedeten wir uns von Esther und starteten wieder durch.

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3.-4.10., West Bank, Totes Meer (En Gedi)

Den selben Weg zurück an Beit She’an und dem Grenzübergang vorbei fuhren wir nach Süden in immer trockenere und Kargere Landschaft. Nach einem Militärcheckpoint waren wir in der West Bank welches den Palästinenser zur Selbstverwaltung übergeben wurde. Gleich nach dem Checkpoint sticht einem der Abfall welcher überall auch auf den Feldern herumliegt ins Auge. Vor dem Toten Meer wollten wir einen Abstecher nach Jericho machen. Beim ersten Abzweiger nach Jericho standen Beton und Kiesbarrieren auf der Strasse und wir versuchten den zweiten auf Höhe der King Hussein Bridge, dem Grenzübergang nach Jordanien. Dort fuhren wir in eine Sicherheitszone der Israelis rein wo uns bei der Barriere nach dem Panzerfahrzeug gleich klargemacht wurdedass wir umkehren sollten. Also strichen wir uns Jericho ans Bein und fuhren weiter Richtung En Gedi wo uns hie und da Israelische Militärfahrzeuge entgegenkamen. In En Gedi gab es einen grossen Parkplatz und ein bescheidenes Badevergnügen wo man sich im toten Meer treiben lassen kann und sich mit schlamm einreiben um eine Babypopohaut zu kriegen. Wehe dem, der das Salzige Wasser in die Augen kriegt oder eine offene Wunde hat. Schon seit Jahrhunderten kommen Leute hierher um die heilende Wirkung des Mineralreichen Wassers zu beanspruchen. Wen es dann richtig in den kleinen schnitten und Krazer brennt wartet man 10-20 Minuten bevor man sich unter die Süsswasserdusche stellt. Das Thermometer zeigte gnadenlose 45 Grad an, eine Affenhitze. Die Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz und lagen bei geöffneten Türen im eigenen Saft, die Luft stand still und die Temperatur blieb nachwievor im unangenehmen Bereich.

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4.-7.10. Jerusalem und Umgebung

Morgens stapften wir wieder über die mit Salzablagerungen bedeckten Steine und gleiteten vorsichtig ins Wasser um das Wasser ja nicht ins Gesicht zu kriegen. Nach dem Badespass fuhren wir weiter durch die hügelige Landschaft nach Jerusalem. Kurz vor Jerusalem wurden wir bei einem Militärcheckpoint gestoppt und mussten kurz ein paar Fragen beantworten und den Heinis einen Blick in den Camper gewähren lassen bevor wir reinfahren konnten. Wir parkten beim Damaskusgate vor der Altstadt und holten unsere Klappvelos heraus. Bei den steilen Hügeln hatte Tim mit seinen kleinen Rädern alle Mühe und konnte meistens sein Fahrrad stossen. Die Altstadt entschieden wir, machte keinen Sinn mehr da wir dafür einen vollen Tag investieren wollten und kurvten deshalb etwas ausserhalb der Altstadt herum und gönnten uns einen fetten Burger im Mc Donalds. Beim Grab Jesu wo wir noch vorbeischauen wollte war bereits wegen zu geschlossen also radelten wir zurück zur Karre, verstauten die Fahrräder und begannen die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Am Holocaust Museum vorbei fuhren wir durch ein Checkpoint nach Betlehem welches wiederum in der Westbank liegt. Die Mauer welche hier beim Checkpoint hochgezogen wurden sind beachtlich. In Betlehem fuhren wir ein Stück der Mauer entlang und bewunderten die kunstvollen Graffitis und Malereien der Arabern bevor wir auf steilen Strassen und über üble Strassenschwellen hoch und runter fuhren um ein nicht besiedeltes Gebiet zur Übernachtung zu finden. Nach diversen Sackgassen wo uns Kinder entgegengesprungen kamen und die Leute uns verdutzt angeschaut hatten fanden wir unterhalb einer Kirche mit wunderschönem Blick auf die hügelige Landschaft und das beleuchtete Jerusalem unseren Schlafplatz. 100 Meter von uns standen zusammengezimmerte Baracken wo sich nichts regte.

Morgens schauten wir uns kurz eine Kirche an und fuhren zurück nach Jerusalem. Erst fuhren wir zum Olivenberg, von welchem man das Panorama mit dem Tempelberg und der Altstadt vor sich geniessen kann. Dort befindet sich auch der Garten von Gethsemane wo Jesus viel gepredigt hatte und auch verhaftet wurde und später zum Himmel herauffuhr. Nach dem Grab der Jungfrau Maria ging es zum Damaskus Tor wo wir parkierten und dann eintauchten in die lebhaften geschichtsträchtigen Gassen der Altstadt. Wie auch in Damaskus und Aleppo ist man auch hier in Jerusalem in den Gassen links und rechts von Souvenirshops und Restaurants umzingelt wo jeder versucht dir was anzudrehen. Die Kirchen welche teilweise Koptischen, Orthodoxen, Katholischen und weiss Gott nicht noch alles für christliche Glaubensrichtungen vereinen sind echt schön gemacht. Kann man gut sehen, dass die Kirche gerne in diese heiligen Stätten investiert hatten. Was uns etwas auf den Senkel ging waren die endlosen Ströme von Touristen die mit ihren Kameras willensstark auch mal die Ellbogen ausfuhren um einen besseren Blick zu erhaschen. Von dem Theater hatten wir schnell genug und flüchteten auf einen Kirchturm von dem wir einen wunderschönen Ausblick über die Altstadt genossen. Nach weiterem herumschlendern landeten wir an der Klagemauer (gebaut von Herodes 20 vor Christus) wo fleissig gebetet wurde, Männer und Frauen getrennt. In die Katakomben zu kommen, der Eingang ist bei der Klagemauer, war unmöglich. Für so eine Tour muss man sich glatte 2 Tage voranmelden, also strichen wir uns dies schön ans Bein und liefen den Tempelberg hoch. Am Fusse des Berges wird man inklusive Rucksack wie beim Flughafen gründlich durchleuchtet. Oben sprach uns ein Araber an wir müssten unsere Beine bedecken und schickte uns in eine Ecke wo uns einer alte Schlaberhosen verticken wollte. Wir liessen kurz unseren Blick schweifen und erblickten diverse Touristen welche ebenfalls mit kurzen Hosen herumstiefelten und teilten ihm freundlich mit, dass er uns kreuzweise kann und umrundeten den bunten Tempel.

Wieder beim Damaskus Tor stachen wir kurz in die Gassen und kamen zum Gartengrab wo angeblich Jesus aufgebahrt wurde. Der Garten hat eine ganz schöne ruhige Atmosphäre mit vielen Bänken wo man gemütlich den Erklärungen der vielen Touristenführer lauschen kann. Weiter ging es in das Holocaustmuseum. Das Museum ist ein top Moderner Prunkbau welcher von privaten gesponsert wird und zeigt eindrücklich mit Ausstellungsstücken und Audio- und Videodokumentationen was im zweiten Weltkrieg los war. Leider waren wir etwas spät dran und in der Hälfte des Museums wurden wir von den Angestellten verfolgt welche Feierabend machen wollten und so mussten wir die restlichen Ausstellungen im Schnelldurchlauf erhaschen. Es lohnt sich ungemein einen ganzen Tag nur für das Museum zu reservieren. Unser Programm ging noch weiter und wir haben mit dem Cousin von Simon abgemacht ihn am Busbahnhof abzuholen. Die Tante von Simon wie die ganze Familie ist zum Judentum konvertiert und leben alle in Israel. Ohne vollständigen Stadtplan kurvten wir in der Stadt umher und bekamen den Tipp von da und dort durchzufahren. Wir landeten auf sowas wie der Bahnhofstrasse in Zürich. Angeblich wie wir im Nachhinein herausfanden war da vor 1-2 Wochen Signalisationsänderung und es wäre totales Fahrverbot. Dies erklärt dann auch die grossen Augen als wir die Busstationen passierten und das Erstaunen eines Polizisten welchen wir nach dem Weg fragten. Der Ordnungshüter stotterte das hier Fahrverbot herrsche, die Busstation jedoch geradeaus weiter noch ca. 3 Km sei. Wir bedankten uns und fuhren unbeirrt weiter auf den Tramgeleisen bis von links ein Polizeiauto die Sirenen anmachte und uns für eine Weile zu folgen schien. Wir kurvten kurzzeitig rechts weg von den Geleisen in eine Seitengasse und Tim hantierte theatralisch mit einer Landkarte herum als das Polizeiauto uns langsam passierte. Dies liess sie uns anscheinend als dumme Touristen einstuften welche sich verfahren hatten und sie fuhren dann wieder weiter ohne uns zu belästigen. Als sie ausser Sicht war wendeten wir und fuhren wieder auf die Tramgeleise bis zum Busbahnhof damit wir uns nicht in dem Strassengewirr verirren. Kaum am Bussbahnhof sieg Fabian bei uns ein und beim nächsten Rotlicht stand ein Polizeiauto neben uns. Über die Dreistheit die wir uns geleistet hatten schnauzte er auf Hebräisch irgendwas. Als er dann wiederum Tims unverständlichen Blick aus dem Seitenfenster sah wurde er freundlich, sprach dann auf Englisch weiter und nach der obligaten Frage woher wir den kommen meinte er dass hier Fahrverbot sei und dies eigentlich eine saftige Busse geben würde. Tim bedankte sich, dass es keine Busse gibt und erklärte kurz wie schwierig es ist sich mit dem eigenen Auto in Jerusalem zurechtzufinden.

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Wir fuhren mit Fabian in eine Jüdische Siedlung in der Westbank in der Nähe von Ramallah wo er mit seiner Familie wohnt. Am Strassenrand kurz vor der Siedlung auf einem Hügel waren vor kurzem von den Arabern bei allen Strassenlaternen die Betonsockel herausgerissen und die Kabel durchtrennt worden. In der Siedlung kurvten wir hoch auf den Hügel wo eine Barackensiedlung steht. Die Siedlung ist von zwei Zäunen mit Bewegungsmeldern umgeben und hinder den Zäunen ist eine Schotterpiste auf der ein Patroullienfahrzeug herumkurvt und für Sicherheit sorgt. Angeblich wurde immer wieder einmal von Ramallah auf die Siedlung geschossen und wir Campten genau hinter dem Zaun mit Sicht auf die Lichter von Ramallah. Fabian beruhigte uns und meinte die Sicherheitslage sei besser als auch schon. Fabian ging schon voraus um seine Frau auf unsere Ankunft vorzubereiten und als wir dann auf dem Weg zur Baracke waren wurden wir von Nachbarn von Fabian gestoppt welche uns von einem Buch schwärmten welche alle Fragen deines Lebens beantwortet und ein super Ratgeber sei. Die zwei in ihren schwarzen Anzügen, Hut auf dem Kopf, Bart und locken kamen immer mehr ins Schwärmen und Tim bekam schon ein Buch in die Hand gedrückt als dann herauskam dass die das nicht verschenken sondern verkaufen hatten sie das Buch schnell wieder bekommen und wir waren bei Fabian zu hause. Die verheirateten Jüdischen Frauen geben einem die Hand zur Begrüssung nicht, da dies der Familie und vor allem dem Mann vorenthalten sei, aus Respekt. Fabians Frau und die zwei Kinder sind echt Goldig und nach einer warmen Dusche gab es Lecker Abendessen. Wirklich schön so willkommen geheissen und aufgenommen zu werde, an dem Familienleben kurz teilhaben zu können und zu hören wie die Leute vor Ort über die Themen Palästina etc. denken.

Morgens fuhren wir mit Fabian zu seinem Arbeitsplatz im Industriegebiet wo wir hofften eine Radaufhängung für unseren Mitsu zu Organisieren welche uns in Syrien flöten gegangen war. Leider erfolglos und so verabschiedeten wir uns von Fabian und gingen weiter nach Süden nähe Bet Shemesh. Wir wurden von Simons Tante eingeladen und anhand Fabians Wegbeschreibung fuhren wir durch die trockene hügelige Landschaft und verpassten irgendwo eine Abfahrt. Wir landeten in einem Kibuz, passierten eine Schranke und als wir merkten dass wir hier falsch waren und wieder herauswollten war die Schranke geschlossen. Wir konnten nicht mehr herausfahren. Nach einer Weile fanden wir einen Schleichweg um die Schranke herum und fanden wieder auf die richtige Strasse zurück und waren nach 15 Minuten bei Tante Kathrin. Wir wurden herzlich begrüsst und nahmen nach dem leckeren Essen die Einladung gleich da im Gästezimmer zu übernachten sehr gerne An. Spannend ist es für nicht gewohnte zu sehen wie eine Küche einzurichten ist um Koscher kochen zu können. Besteck wie Pfannen sind für gewisse Produkte bestimmt wie auch zwei Backofen damit da auch nichts schiefläuft. Am Abend besuchten wir die Cousine von Simon mit ihrem Mann welcher echt den schalk im Nacken sitzen hat. Wie bei Fabian hatten wir auch hier super Gespräche über den jüdischen Glauben und die Konflikte mit den Palästinensern. Wir dankten Tagsdarauf herzlich für die Gastfreundschaft und verabschiedeten uns von der netten Familie um nach Tel Aviv zu cruisen. Die Siedlungen welche wir noch passierten hatten teilweise an den Zäunen entlang hochaufragende Betonmauern welche, wie uns erklärt wurde, gegen den Beschuss aus den arabischen Dörfern errichtet wurden.

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7.-8.10. Tel Aviv, Jaffa

In Tel Aviv schlenderten wir erst einmal den Strand von Jaffa entlang wo über unsere Köpfe in regelmässigen Abständen ein Militärflugzeug patroullierte. Weiter fuhren wir zu einem Einkaufszentrum und besorgten uns den Reiseführer für Afrika und schauten uns nach Campingstühlen um, fanden jedoch nichts passendes. Wir schlenderten durch einen bunten Markt und versuchten erfolglos Amir welchen wir in den Golan Höhen getroffen hatten sowie das Israelische Pärchen welches wir in Georgien getroffen hatten telefonisch zu erreichen. Am Abend stellten wir uns auf einen Kiesparkplatz in Jaffa ab und schliefen dort direkt an der Strandpromenade. Wir waren etwas enttäuscht, dass wir Amir nicht erreichten und am folgenden Tag strollten wir noch etwas herum und machten uns dann auf den Weg nach Norden.

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8.-11.10. Netanya

Von Fabian bekamen wir die Einladung in Netanya vorbeizuschauen, wo die Eltern seiner Frau wohnhaft sind. Wir fragten uns zur Bushaltestelle durch wo wir uns kurz mit Fabian trafen und genau abmachten wann wir wo sein sollen da Sabbat ist und sie alle noch in die Synagoge gehen. Wir zwei checkten daraufhin erst den Strand ab. Der Sandstrand welcher sich hinter einer steil abfallenden Küste verbirgt ist der Hammer. Es dunkelte schon langsam und keine Menschenseele war da und wir hauten ordentlich rein mit den grossen Wellen mit Bodysurfen. Die Strömung riss und der Sonnenuntergang bot ein farbenfrohes Panorama. Nach dem erfrischenden Bad waren wir schon in der Wohnung von Fabians Schwiegereltern. Der Lift und alles elektronische darf am Sabbat nicht benutzt werden. Wir wurden herzlich willkommen geheissen. Es war super interessant und schön an einem Sabbat Essen teilhaben zu dürfen und zu sehen wie der jüdische glaube gelebt wird. Nach dem Essen machten wir einen Spaziergang an der Strandpromenade und verabschiedeten uns um uns einen Schlafplatz zu suchen. Etwas ausserhalb fanden wir eine Strasse die direkt zum Strand führte und stellten uns auf. Bald schon kamen Jugendliche denen der Vater Generator und sonstiges Equipment heranbugsierte und wir befürchteten schon das schlimmste. Die Jungs feiern eine Geburtstagsparty am Strand und luden uns ein. Zum Glück fand die Party weit genug weg statt damit wir in Ruhe Schlafen konnten. In der Nacht erwachten wir da vor uns am Parkplatz Radau war und wir drinnen das Kratzen von Leuten hörten welche an unser Auto lehnten. Als Simon vom Dachzelt kurz herausrief schrie es draussen voller schreck auf und so schnell konnte man gar nicht schauen wie die Weiber in ihren Autos verschwanden und einen Abflug machten, wir lachten uns krumm im Auto.

Den nächsten Tag genossen wir den Strand und die Sonne und hatten etwas Unterhaltungsprogramm von den besoffenen aserbajanischen und russischen Juden welche neben uns in einem Snackstand Karten spielten. Am Abend wurden wir von einem netten interessierten Herrn angesprochen mit einem Bart welcher bestimmt einen halben Meter lang war. Er wollte wissen wie wir wo denn durchreisen und drängte uns doch morgen bei ihm zu frühstücken ob er uns abholen kommen könne. Da sagen wir natürlich nicht nein.
Morgens kam er tatsächlich vorbei und wir fuhren zu einem Kinderheim wo er um die 250 Problemkinder, Waisen und allen anderen gestrandeten Kindern ein zuhause schenkt. Er führte uns etwas durch die Gebäude und Schulen bevor wir in dem grossen Saal frühstückten. Der Herr ist echt eine bemerkenswerte Person mit einem riesigen Herz, schön solche Leute anzutreffen welche sich so für die Gesellschaft einsetzten. Wir bedankten uns und fuhren in die Industriezone wo wir nebst Mc Donalds auch neue Campingstühle fanden. Der Tag ging so schnell vorbei, dass es schon wieder Abend war als wir alles erledigt hatten und wir beschlossen nochmals am Strand zu übernachten bevor wir dann weiter nach Haifa fahren.

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11.-13.10. Haifa und Akko

In Haifa steuerten wir in die Industriezone wo wir erfolglos versuchten eine neue Radaufhängung zu besorgen. Der Typ bei der Mitsubishi Garage war echt engagiert suchte und schaute, telefonierte herum. Im Endeffekt war es so wie wir befürchtet hatten, eine Radaufhängung könne er bestellen aus Japan, daure 4 Wochen. Er steckte uns, dass er eventuell günstig unser anderes Problem lösen könne, die Ventilkopfabdichtung. Er gab uns eine Adresse von einem Ramschladen für Autoteile und erklärte uns wie wir dahin kommen würden. Er checkte auch ab wo wir die Dichtung günstig wechseln könnten und gab uns seine Telefonnummer, wir sollten ihn am Abend anrufen. Wir düsten erst weiter nach Akko. Die Stadt welche unter den Kreuzrittern als Acre bekannt war wurde vor den Kreuzrittern von Alexander dem Grossen, den Griechen und Ägyptern eingenommen, sogar Marco Polo war kurz hier auf Besuch. Die Altstadt von Akko hatte in den dreissiger Jahren viele jüdische Immigranten aufgenommen welche später die Stadt den Arabern überliessen und ausserhalb eine neue Stadt gründeten. Die Altstadt blieb grösstenteils unberührt und ist nicht wie Jerusalem von Touristenshops verhurt. Die Atmosphäre durch die engen Gassen und vollgestopften Märkte zu streifen, da und dort in eine Moschee hineinzuschauen ist unbeschreiblich. Am Hafen kann man sogar durch einen langen Tunnel laufen welcher von den Tempelrittern angelegt wurde und unter einem Teil der Stadt hindurchgeht. Nach dem entspannenden Nachmittag eilten wir zurück nach Haifa um in dem Ramschladen unsere Ventilkopfabdichtung zu besorgen. Das verwirrende Strassennetz wo wir uns verloren brachte uns etwas ins Schwitzen, wir schafften es aber gerade noch rechtzeitig zu dem Shop bevor der Feierabend machte. Wir pflanzten uns südlich von Haifa auf einen Kiesparkplatz direkt am Strand und wie es der Zufall so will hatten wir sogar einen ungesicherten Wi-fi Zugang welchen Tim gleich intensiv nutzte um herum zu skypen. Der Israeli von der Mitsubishi Garage gab uns die Adresse von einem seiner arabischen Freunde welcher uns die Dichtung einbauen kann und lud uns am nächsten Tag zum Essen ein, da seine Frau uns auch gerne kennenlernen würde nachdem er ihr von uns erzählt hatte.

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Wir steuerten morgens gleich zu der Garage des Arabers welcher ein wunderbar angenehmer Zeitgenosse ist. Eine volle Stunde warteten wir bis der Motor etwas abgekühlt war bevor die Dichtung ausgewechselt wurde. Nach dem Wechsel tropfte nach wie vor Öl vom Motor und trotz intensiver Suche fanden wir nicht was denn jetzt wieder los ist. Nach einer Weile liessen wir es dann so wie es halt ist und fuhren auf den Berg zu dem Garten der Baha’i. Der Garten ist ein Meisterstück von überdimensionaler Grösse der sich vom Fusse des Berges bis fast zur Spitze hoch erstreckt und an der Symmetrie und Genauigkeit der Gartenpflege würde sich jeder englische Rasenliebhaber die Zähne ausbeissen. In der Mitte des Gartens befindet sich eine Endlose Treppe den Berg hoch. Die Baha’i ist eine Sekte mit ca. 5 millionen Anhängern und sie glauben, dass wenn ihr Prophet (ein Iraner welcher vor etwa 130 Jahren von den Türken wegen Blasphemie ermordet wurde) wieder aufersteht die Apokalypse bevorsteht. Der Auferstandene Prophet wird dann von Akko quer über die Bucht von Haifa laufen wobei sich unter seinen Füssen Eis bilden wird und dann die Treppen durch den Garten hochlaufen. Wir fuhren weiter zu Eliah’s Grab bevor wir uns wieder auf den Kiesparkplatz am Strand fläzten.

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13.-14.10. Nazareth, Grenzübertritt nach Jordanien

Früh packten wir zusammen und machten uns auf nach Nazareth, dem Geburtsort Christi. Durch hügelige immer noch trockene Landschaft erreichten wir die auf einem Hügel gelegene Stadt welche von Arabern bewohnt wird und dementsprechend findet sich überall da auf den Feldern und in den Sträuchern Plastikabfall noch und nöcher. Wir besorgten uns lediglich Grillsachen etc. und fuhren ein Stück zurück zu den Ruinen von Tzippori. Tzippori wurde im 2ten Jahrhundert vor Christi erbaut und 63 vor Christi vom römischen General Pompeii erobert und diente als Hauptstadt von Galiläa während der Regierungszeit von Herodes. Die Stadt wurde vom römischen Heer während den jüdischen Revolten verschont da die Stadt sich den Römern gegenüber klar von den Aufständischen distanzierte. Dadurch bot sie vielen israelischen Gelehrten zu der Zeit auch als rückzugsort während die Revolte blutig niedergeschlagen wurde und angeblich den See von Galiläa rot färbte vom vielen Blut der Aufständischen welche da niedergemetzelt wurden. Neben vielen wunderschönen Mosaikböden besuchten wir die Kirche auf dem Hügel von wo man eine schöne Aussicht auf die umliegende Gegend hat. Im anliegenden Nadelwald neben Gärten verbrachten wir nach einer leckeren Grillade gleich die Nacht.

In Nazareth spazierten wir neben den unzähligen touristenströmen mit einheitlich orangen Mützen durch die Gassen und besuchten die eindrucksvoll grosse Kirche der Ankündigung, wo gemäss katholischer Kirche der Engel Gabriel der Jungfrau Maria mitgeteilt hatte sie werde den Sohn Gottes gebären. In der Kirche hat es eine Art Grotte wo alle durchlaufen und die spanische Gruppe vor uns legte gleich mit einem Lied los auf welches ein gemeinsames Gebet folgte. Weiter liefen wir in das Nazarethdorf, welches Nazareth zur Zeit Jesus zeigt und da und dort Schauspieler diverses Handwerk vorführen. Erstmals mussten wir zwei Stunden abwarten da sich eine Gruppe verspätete was bei uns schon für super Stimmung führte. Im Garten wurde uns vom Führer dieses und jenes erklärt und als ein älterer Schauspieler mit Stock vor ein paar Schafen stand schrie eine der Amerikanerinnen mit quietschig schriller Stimme direkt neben Tim: „Oh look isn’t he cute, God bless him.“ Nach dem doch teilweise interessanten im Schnelltempo durchgeführten Tour bekam jeder eine kleine Öllampe und wir waren auf dem Rückweg zum Auto. Wir bretterten über Beit She‘an zum Grenzübergang. Für unsere Stühle holten wir selbstverständlich die Mehrwertsteuer wieder ab und bei der Tussi vor dem Herrn bei der effektiv nur noch so ein Schosshund auf den Knien gefehlt hatte kriegten wir 17 Dollar Steuer zurück, arrogante Ziege. Weiter durften wir bei der Passausstempeldame je 32 Dollar Ausreisegebühr abblättern was uns ziemlich sauer machte. Das Mädel erklärte uns jedoch mit glänzenden Augen wie stolz und wie geehrt sie ist dass wir nach Syrien auch Israel besuchen. Durch den Dutyfree Shop gelaufen, Zündschlüssel drehen und schon waren wir wieder in Jordanien.

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Syrien, 21.-28.9.10

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21.9. Grenzübertritt

Auf der syrischen Seite fuhren wir links und rechts von hohen Zäunen flankiert zum ersten Gebäude wo der Zauber mit dem Visa stattfinden sollte. In der Halle mit den Schaltern trafen wir die Syrier wieder mit welchen Simon rumgealbert hatte und nach einem weiteren Schwätzchen konnten wir unsere Pässe abgeben plus ein kleines Formular. Wir hatten noch ein Visa in unserem Pass welches wir in der Schweiz gemacht hatten, dieses war jedoch nicht mehr gültig, wir dachten wir sehen erst einmal ob sie das Kapieren. Nach einer halben Stunde kam der Officer wieder und wir sind in der Zeit zur Überzeugung gelangt es ihm doch mittzuteilen und wir ein neues Visa benötigen. War anscheinend die richtige Entscheidung, denn seine Mine hellte sich etwas auf und er meinte er habe gesehen, dass unser Visa abgelaufen sein und wir sollen doch nochmals Platz nehmen, er sehe was er machen könne. Nach 1-2 Stunden bekamen wir einen Coupon mit welchem wir in der Bank gegenüber 60 Dollar je bezahlen mussten und dann die Visastempel in den Pass kriegten, wunderbar. Weiter stellte sich Tim wieder bei der Bank an um für die obligatorische Versicherung um die 75 Dollar abzudrücken. In Syrien muss man für Dieselfahrzeuge 150 Dollar pro Woche bezahlen und bei der Frage ob unser Bus ein Diesel sei machten wir ihm natürlich klar dass wir einen Benziner fahren um diese Kosten nicht berappen zu müssen, klappte einwandfrei, nachschauen tat niemand. Mit der Quittung in das Versicherungsgebäude zu gehen wo wir das Versicherungspapier erhielten. Im nächsten Office bei der Post mussten wir noch zwei Briefmarken für 1 Dollar kaufen welche auf die Carnet Seiten geklebt wurden. Nun durften wir uns in die lange Schlange stellen um unser Carnet abzustempeln um endlich nach Syrien rein zu können. Nach ca. 20 Minuten kam ein Beamter aus dem Häuschen weiter vorne und bat uns voller Freude nach vorne zu kommen worauf die Türken und Syrier etwas komisch schauten. Dank Touristenbonus waren wir da schnell durch und kurvten nach Azaz wo wir gleich noch für 65 Rappen der Liter tankten um bis nach Aleppo zu kommen.

Auf der Fahrt nach Aleppo hupten und winkten viele der vorbeifahrenden und war echt schön schon etwas Freundlichkeit zu erfahren da Tim etwas Vorbehalt gegenüber den arabischen Ländern hatte aufgrund der Erfahrungen in Ägypten und Marokko.

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21. – 22.9. Aleppo

Vor Aleppo wird der Verkehr zähflüssig und Blech an Blech rollten wir langsam in die Strassen der Stadt rein. Wir wollten erst Geld ziehen und verpassten immer wieder die eine oder andere Abfahrt und fuhren an diversen stellen mehrmals vorbei bis wir uns entschlossen den Bus abzustellen und zu Fuss nach dem Geldautomaten zu suchen. Wir fanden ihn schnell und hauten uns gleich noch eine Schaurma (Kebap) rein. Beim Warten auf das Essen kamen schon die ersten Bettler an und unverhofft küsste einer Tims schultern um dann die hohle Hand zu machen was ihn gerade etwas perplex machte was dass jetzt solle. Wir schlurften etwas durch die Altstadt und trafen zwei Deutschtürken mit denen wir noch etwas umherzogen bevor wir uns dann durch die wunderschönen Märkte wieder zurück zum Auto schlängelten. An grossen, stinkenden Müllhalden vorbei wo Kinder nach verwertbarem suchten fuhren wir aus der Stadt raus und landeten nicht weit ausserhalb in einer Olivenplantage wo wir erst etwas bammel hatten ob wir da wieder vertrieben werden. Die Sorgen waren jedoch umsonst und genau rechtzeitig vor dem Regen verkrochen wir uns im Auto, begleitet von Trommeln welche in der Ferne geschlagen wurden.

Morgens regnete es immer noch etwas und der blaue Himmel des Vortages hat sich in eine beige dunstige Masse verwandelt. Wir schlängelten uns in die Stadt und parkten vor dem Hotel Sheraton wo wir noch keine Münzen in den Parkautomaten reinwerfen konnten, da wir zu früh da waren und der irgendwie erst ab 9 Uhr in Betrieb kommt. Im Sheraton wollten sie richtig dicke Kohle haben für Internet und so liefen wir zwei Stunden herum um ein offenes Internetcafe zu finden. Beim letzten Internetcafe waren wir erfolgreich, es war geöffnet. Als wir eintraten fragte der nach unseren Pässe, welche selbstverständlich in unserem Bus waren. Da gab es nichts zu rütteln; „No Passport, no Internet“. Wir waren stinksauer, in Syrien muss man als Internet bedürftiger Tourist den Pass vorzeigen worauf registriert wird wer wann wo wie lange im Internet war. Wir waren Stinksauer umsonst herumgelaufen zu sein und liefen zurück zum Auto wo schon die nächste Krönung auf uns wartete. Eine Parkkralle an unserem Bus. Der Heini mit der leuchtenden Weste kam gleich gesprungen und wir müssten dies und jenes bezahlen, dann nehme er die Kralle wieder weg. Wir waren nicht einverstanden und erklärten, dass wir als wir hier waren kein Parkticket ziehen konnten, da der Automat nicht funktioniert hatte. Wir einigten uns nach etwas hin und her auf einen Betrag und wir konnten weiter fahren. Wir parkten schlussendlich auf demselben Parkplatz wie am Vortag wieder, wo Arbeiter mit Hammer und Meissel am Strassenrand sitzen und auf Beschäftigung warten.

Durch die gedeckten Souqs (Märkte) mit wunderbaren Düften von Gewürzen, Parfüms und Seifen in den Nasen flanierten wir zum Fort welches seit dem 12ten Jahrhundert über der Stadt Thront. Neben den Bädern und Moscheen im Fort hätte man eine wunderschöne Aussicht auf die ganze Stadt, wenn da bloss nicht der viele Sand und Staub in der Luft liegen würde welcher die Stadt in ein tristes Licht taucht. Nach dem Fort und einem Kebap stopp an den schönen Holzbalkonen der Altstadt vorbei gingen wir in die Grosse Moschee welche seit 1000 Jahren da steht. Simon bekam ein Pijamaüberzug um seine Knie zu bedecken und nachdem wir die Schuhe ausgezogen hatten konnten wir eintreten. Der Hof mit dem Brunnen wo sich die Gläubigen vor dem Gebet reinigen hat immer etwas ruhiges an sich und ist schön verziert. Im Gebäude, ausgelegt wie alle Moscheen mit riesigen Teppichen herrscht eine angenehme Ruhe. Wieder draussen in der Altstadt flanierten wir wieder durch die gedeckten Souqs mit all ihren Düften, wobei ein Grossteil dieser Shops ziemlich touristischer Natur sind. Nach den herrlichen Düften wieder auf dem Weg zu unserem Bus passierten wir Müllberge welche an den Strassenrändern lagen wo gammelnde Früchte und verwesendes Fleisch einem fast den Atem verschlagen. Wir grüssten die lachenden und winkenden Arbeiter zurück und fuhren zum Internetcafe, wo diesmal mit Pass alles klarging und dann ging es weiter, aus der Stadt nach Nordwesten weg. Wir schlängelten uns auf mit Schlaglöcher gespickten Strassen hin und her und jeden den wir nach dem Weg fragte gab uns eine andere Richtung an bevor wir auf kleinen Wegen an Militärsperrgebieten vorbei wieder irgendwo auf eine Hauptstrasse trafen wo unser Ziel beschriftet war, manchmal wäre es eben doch super ein GPS Gerät mit Navigationsfunktionen zu haben, doch die fröhliche und hilfsbereite Bevölkerung ist hie und da dann doch auch eine grosse Hilfe.

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22.-23.9. Basilica St. Simeon

Nach einer Kaserne und diversen kleinen Dörfern in der steinigen eher kargen Landschaft wo Säulen und teilweise historische Ruinen welche seit 1000 Jahren da stehen kamen wir zu der Basilica St. Simeon wo die Hauptattraktion in der Gegend stand, eine Kirche welche über 1000 Jahre alt ist. Auf diesem Hügel wo die Kirche erbaut wurde war der Heilige Simeon 423 nach Christus auf eine Säule geklettert und hat sein restliches leben (36 Jahre) auf dieser Säule verbracht. Nach seinem Tod wurde dort eine kleine Kirche gebaut wo sich dann viele Pilger hinbegaben. Die Kirche welche dann gebaut wurde ist nach wie vor Imposant. Um die Kirche ist eine hohe Steinmauer auf die wir raufkletterten um einen ersten Eindruck zu kriegen und etwas abseits vom Eingang vor dieser Mauer, gedeckt von dem Wäldchen vor uns Campierten wir in aller Ruhe.
Morgens schliefen wir etwas zu lange und als wir zum Eingang kamen fuhren Busladungen voll Touristen heran worauf wir gerade noch vor ihnen hineinkamen um kurz die wunderschönen Ruinen zu bestaunen und die Aussicht von dem Hügel über die trockene weite Landschaft zu geniessen bevor es dann nur noch von Touristenführer und ihrem Gefolge wimmelte. Als wir wieder hinausliefen sprach uns ein älterer Herr an welcher über die Nacht als Guard da war ob wir ihn in die nächste Stadt mitnehmen könnten. Er zeigte uns auf dem Weg eine der vielen Ruinen in der Gegend wo es ausser dem Schafhirten keine weiter Leute herum hatte. Echt spannend zu sehen, wie die über 1000 Jahre alten Höhlen und Ruinen weiter benutzt werden als Schafställe oder Häuser. Bei dem Herr zu Hause wurden wir zum Essen eingeladen. In dem Haus wohnen noch immer 4 von seinen 11 Töchtern und Söhnen mit ihren Frauen und Ehemännern mit Kind und Kegel. Das Essen war super Lecker, auf einem Runden Tablett mit ca. 1 Meter Durchmesser gab es selbstgemachten Käse, Öl mit Gewürzen, Gurken, Tomaten welche man mit dem Fladenbrot zusammen ass, dazu Tee. Wir bedankten uns nach dem super Essen und machten uns weiter auf den Weg nach Lattakia welches am Mittelmeer liegt. Auf engen aber guten Strassen fuhren wir durch Hügelige meist steinige Landschaft zum Meer durch triste Dörfer.

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23.-25.9. Lattakia, Wadi Qanil

In Lattakia fuhren wir gleich durch um weiter im Norden zum Wadi Qanil zu kommen wo der Strand laut Reiseführer angeblich mit etwas weniger Müll überhäuft zu sein scheint. Als wir die Abfahrt zum Strand verpasst hatten stieg Simon voll in die Bremsen worauf wir ein komisches Knacken vernahmen. Besorgt fuhren wir vorsichtig die restlichen Kilometer zum Strand wo gleich hinter den Badenden Gästen diverse Flabkanonen der Syrier aufgestellt waren. Wir stellten uns 100 Meter vor den Kanonen auf nachdem wir von den Militärs von unserem präferierten Platz weggeschickt wurden. Simon begutachtete den Unterboden und in der Radaufhängung waren diverse besorgniserregende Risse auszumachen. Wir beschlossen erst einmal zu baden und trafen drei Syrier mit denen wir uns etwas unterhielten und Beachsoccer spielten. Obwohl dieser Strand Müllfreier sein soll als die anderen Strände in der Gegend liegt noch immer eine beachtliche Menge Petflaschen und Plastiksäcke überall quer auf dem Schwarzgrauen Sand herum. Die Syrier boten uns an zu helfen um unsere Radaufhängung wieder hinzukriegen, meinten unser Problem sei auch Ihr Problem, da wir Gäste in ihrem Land seien. Wir bekamen die Handy Nummern aufgeschrieben und versprachen ihnen morgen anzurufen. Als sie gegangen waren flanierten wir den Strandbars entlang und staunten nicht schlecht als viele hier am Mate schlürfen waren, was wir eigentlich nur aus Argentinien kennen.

Tags darauf nach etwas schlechtem Schlaf da uns die Musik der Baren etwas laut beschallten packten wir zusammen und fuhren vorsichtig und langsam nach Lattakia zurück wo wir beim Bahnhof auf Nedim, einer der Syrier, warteten. Nach Aleppo welches einer der Konservativsten Städte in Syrien ist sieht man in Lattakia alle wieder freizügiger herumlaufen und die Ninjas wie wir die voll verschleierten Frauen mit Sichtschlitz im Kopftuch nennen sind hier spärlicher gesät. Nedim tauchte auf und wir fuhren in die Industriezone. Da jedoch Freitag (muslimischer Sonntag) ist sind die meisten Garagen geschlossen. Beim Ersten offenen Schuppen wollten sie uns 2500 Syrische Pfund abknöpfen (50 Dollar) und wir beschlossen uns weiter umzuschauen. Ein Bulgare bot uns die Sache für 500 Syrische Pfund zu reparieren und wir wussten nicht genau was wir jetzt wie genau reparieren lassen sollten und beschlossen erst Radi zu kontaktieren und fuhren in die Stadt hinein um Internet zu suchen. Nachdem wir Fotos auf unsere Page hochgeladen hatte damit Radi in der Schweiz den Schaden begutachten kann fuhren wir zurück zu dem Bulgaren welcher umgehend mit der Arbeit begann. Mit dem Wagenheber hob er die Karre bei der Radaufhängung an damit sich der Riss einigermassen schloss worauf er nach meckern von unserer Seite die zu schweissenden Stellen etwas mit einer Drahtbürste reinigte bevor er loslegte. Nach dem er drei Mal über die Risse geschweisst hatte drängten wir ihn noch zusätzlich eine Metallplatte über den markantesten Riss zu schweissen und fertig war das Meisterwerk. Er schenkte Tim 3 Stangen Zuckerrohr, legte uns nahe die Kirchen und Moscheen in Lattakia zu besuchen und meinte er würde uns liebend gerne alles zeigen wenn er dafür Zeit hätte. Echt netter Bursche. Wir bezahlten und fuhren mit Nadim einkaufen und luden ihn auf ein Eis ein bevor wir uns von Ihm dankend verabschiedeten bevor wir uns wieder auf den Weg zu einem Strand machten. Nadim erklärte uns wie liberal Lattakia sei, wie wir es in der Werkstatt des Bulgaren gesehen hatten habe auch er zu Hause sowohl ein Kreuz als auch ein Allah Zeichen nebeneinander hängen und er besuche Moscheen wie auch Kirchen. Hörte sich an als ob alle hier im wunderschönen Einklang leben und wie es aussieht ist das hier auch so.

Diesmal fanden wir eine kleine Bucht mit schönem sauberem Strand. Auf dem Weg dahin passierten wir wieder Flabstellungen der Armee und ein Einheimischer verfolgte uns mit seinem Motorrad um dann am Strand etwas mit uns in gebrochenem Englisch zu plaudern bevor er sich wieder vom Acker machte mit dem Versprechen bald wieder zurück zu sein. Wir badeten kurz und fuhren nochmals etwas vom Strand weg um den fälligen Ölwechsel hinter uns zu bringen. Das Öl fingen wir in Petflaschen auf so gut es ging und schütteten über die Flecken grosszügig Sand und Steine bevor wir uns wieder an den Strand pflanzten um zu Kochen und den Sonnenuntergang zu geniessen. Der Typ kam tatsächlich zurück und hatte eine riesen Freude sich mit uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Ein besoffener Freund von ihm kam auch noch dazu und wir stiessen mit unserem mitgebrachten Georgischen Wodka an was sie in verzücken versetzte. Tim durfte auf dem 125ger Motorrad noch eine Runde drehen bevor er sich dann wieder auf den Weg machte.

Tagsdarauf als wir weiter fuhren winkte uns von einer Baustelle unser Freund vom Vorabend zu und als wir hielten wurden wir bereits auf einen Tee eingeladen. Die drei Baukollegen in dem angefangenen Haus lachten uns herzlich zu und setzten sich auf Backsteinen um den Tee Pot herum und mit Händen und Füssen und ein paar Brocken Englisch unterhielten wir uns. Simon fuhr mit dem einten auf dem Motorrad davon während Tim auf einem anderen Motorrad einen kleinen Ausflug machen durfte. Als wir zurück waren drückten sie uns zum Abschied eine Plastiktüte mit zwei Wodkaflaschen und einem Whisky in die Hand worauf wir ihnen als Dankeschön einen Georgischen Wodka schenkten welchen sie erst nach etwas Überzeugungsarbeit entgegennahmen. Unser nächstes Ziel Crack de Chevaliers.

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25.-26.9. Crack de Chevaliers, Palmyra

Über Tartus ging es auf gut ausgebauten Strassen zu der Festung welche von den Kreuzrittern ausgebaut wurde und nie wirklich eingenommen wurde und wie im Märchen auf einem der vielen Hügel in der Umgebung thront. Die Strasse zu der Festung ist so steil, dass wir mit lediglich ca. 10 Km/h das letzte Stück hochkrochen. In der Burg welche für 2000 Mann konzipiert wurde fühlt man sich in die Zeit zurückversetzt und es ist klar ersichtlich welche Teile von den Kreuzrittern (z.B. Kirche) und welche von den Türken (z.B. Bäder) ausgebaut wurden. Die imposanten Gräben und die stattlichen Mauern, wie man sich eine Festung in seinen Kindheitsträumen vorstellt. Von den Türmen hat man eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Dörfer und Hügel. Die Festung wurde von Saladin belagert und die letzten 200 Kreuzritter gaben ohne Hoffnung auf Verstärkung nach ein paar Jahren auf gegen sicheres Geleit nach Hause.
Nach der Besichtigung stiegen wir gleich wieder in die Karre und machten uns weiter durch die Karger werdende Landschaft über Homs und Furqlus nach Palmyra durch die Wüste, nähe Irakischer Grenze. Als wir in Palmyra eintrafen nach einem langen Tag waren wir ziemlich gerädert und gönnten uns gleich ein paar Kebaps zur Stärkung. Palmyra war eine assyrische Karavanenstadt für über 1000 jahre welche 217 nach Christus von den Römern eingenommen wurde. Die berühmteste Bewohnerin war die arabisch griechische Königin Zenobia welche sich von den Römern lossagen wollte worauf Aurelian im Jahr 271 die Stadt umzingelte und anzündete. 634 marschierten die Muslime ein und ein Erdbeben 450 Jahre später machte die Stadt dem Erdboden gleich. Die Ruinen welche sich über 1 Kilometer hinziehen sind ein Touristenmagnet was wir schon zu spüren bekamen als wir unsere Kebaps herunterschlagen wurden wir für diese und jene Tour angehauen und jeder wollte uns was andrehen. Wir flüchteten aus der Stadt hinaus und auf dem Parkplatz vor einer Burg machten wir uns breit. Als Simon sich hinlegte und Tim ebenfalls gerade in das Auto kriechen wollte kam schon der Security Araber im Pyjama auf seinem zweirädrigen Untersatz geflogen und meinte wir sollen uns vom Acker machen. Tim bat ihn doch seinen Chef anzurufen und erklärte das dringende Bedürfnis nach Schlaf und wir hätten gerade ein Bier getrunken was es uns unmöglich machen würde das Fahrzeug nochmals zu bewegen. Er rief tatsächlich an und alles war geritzt. Er erwähnt seinen Souveniershop nahe bei den Ruinen wo wir doch morgen vorbeischauen sollen und schon flitzte er wieder von dannen.

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Früh genug machten wir uns auf den Weg zum Tempel von Bel um vor dem grossen Andrang dort zu sein. Wir waren die ersten die hineinkonnten nachdem wir schon den einen und anderen Postkarten und Kopftuchverkäufer abwimmeln mussten. Hinter uns begannen sich bereits die Rundreise Cars einer nach dem anderen aufzustellen. Nach wie vor, schon seit Aleppo, ist kein blauer Himmel zu sehen und stattdessen hing noch immer viel Sand und Staub in der Luft was die Sonne wie gedämpft durchdrücken liess. Von dem Tempel mit den imposanten Säulen wo wir uns erst an die eine dann an die andere Touristenführung anhefteten flanierten wir dann durch die mit Säulen gesäumte Strasse zu dem Theater und weiter bis zu dem Camp von Diocletian wo es schon fast keine Touristen mehr hatte und man die Ruinen mit ihrer Atmosphäre in aller Ruhe etwas wirken lassen konnte. Zurück beim Bus fuhren wir nochmals in die Stadt und schlenderten durch die Touristenshops und genehmigten uns ein Bier bevor wir uns weiter nach Damaskus machten. In der trostlosen Wüste passierten wir Al-Buseiri und an diversen Militärstellungen vorbei näherten wir uns Damaskus.

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26.-28.9. Damaskus, Bosra, Grenzübertritt

Als immer mehr Häuser links und rechts der Strasse auftauchten war dass das klare Zeichen dass wir uns bald in Damaskus befinden und wir beschlossen noch vor der Stadt zu übernachten. Wir bogen links weg etwas in die Wüste hinein parkten und starteten gleich mit dem Kochen als schon einer gelaufen kam mit einem grossen lächeln auf dem Gesicht. Ein paar Brocken Französisch konnte er aber mit gestikulieren meinte er wir sollen mit ihm kommen es sei hier draussen nicht sicher. 200 Meter entfernt war ein umzäuntes Grundstück mit Palmen und Olivenbäumen und 2 Häuser drinnen. Als wir Töpfe, Stühle und den Tisch am zusammenpacken waren kam der Typ mit einem zweiten zurück auf einem Motorrad. Der zweite hatte anscheinend eine ganze Tube Gel in sein Haar gedrückt, hatte aber wie der erste ein warmes freundliches Grinsen im Gesicht und bedeutete uns ebenfalls auf das Grundstück zu kommen. Auf dem Grundstück hatte es ein grosser Swimmingpool wo wir gleich mal einen Hechtsprung ins angenehme Nass machten. Der eine mit viel Gel im Haar fuhr zu einem Imbiss nachdem wir ihm etwas Geld in die Hand gedrückt hatte während der andere uns Granatäpfel aus dem Garten vorsetzte. Während dem Essen unterhielten wir uns gestikulierend mit den zweien wobei herauskam, dass der eine aus dem Libanon stammt und hier über das Wochenende das Haus hütet während der andere der Bodygard eines Generals sei und über das Wochenende mit seiner Familie in dem schönen Anwesen wohnen darf während der General sich über das Wochenende in Damaskus aufhält. Sie machten uns klar, dass wir lediglich eine Nacht bleiben konnten und dass hier alles Militärgebiet sei und wir uns nicht da aufhalten sollten, deshalb hätten sie uns hereingebeten. Als Krische auf der Sahnetorte durften wir sogar noch in den Betten im ersten Stock, ausgestattet mit Ventilator schlafen, unter der Bedingung, dass wir unser eigenes Bettzeugs beziehen, machten wir mit Freude.

Tags darauf assen wir mit unseren zwei netten Gastgebern nochmals Granatäpfel und dann verabschiedeten wir uns von den zwei. Sie drückten uns noch einen ganzen Sack voll Granatäpfel in die Hand bevor sie uns nachwinkten als wir noch die letzten Kilometer nach Damaskus hinter uns brachten. In Damaskus verloren wir etwas die Orientierung ab dem Strassengewirr und stellten den Bus ab und fragten uns zu Fuss weiter durch zur Altstadt. Damaskus ist eine der ältesten konstant bewohnten Städte auf der ganzen Welt und wurde, man halte sich fest, erobert von: Ägyptern, Assyriern, Persern, Griechen, Römern, Umayyads, Mongolen, Türken und von den Franzosen.

Durch kleine malerische Gassen landeten wir in der Hauptstrasse welche links und rechts mit Shops vollgestopft waren wo es nach Gewürzen, Parfüms und Seifen duftete. Durch kleinere Gassen durchstreiften wir am römischem Siegesbogen vorbei das jüdische und christliche Quartier bevor wir bei der Umayyad Mosche landeten. Diese Mosche war früher eine Kirche der Byzantiner welche wiederum noch weiter zurück ein Tempel Jupiters war. Die stehende Mosche wurde 705 nach Christus erbaut und die Goldenen Mosaike an den Fassaden sind wunderschön. Wir schlenderten durch den Innenhof nachdem wir Ungläubigen mit einem langen Pyjama ausgestattet wurden um die Knie zu bedecken. Die grosse Halle mit den Teppichen barg wieder eine schöne Atmosphäre. Neben der Moschee besuchten wir das Mausoleum (Original erbaut worden im Jahr 1193)von Saladin, dem Held der Araber welcher den Kreuzrittern heftig eingeheizt hatte. Nach dem Rundgang der Altstadt hielten wir wieder aus unser Parkiertes Auto zu um nach ein paar Einkäufen schon weiter zu düsen nach Süden.

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Knapp 100 Kilometer nach Damaskus stellten wir uns auf ein von Plastiksäcken wimmelndes Feld wo wir übernachten wollten. Während wir am Kochen waren fuhr ein freundlich winkender Araber mit seinem Lastwagen. Als er 10 Minuten später zurück kam und wir dachten wir müssen hier weg drückte er Tim mit einem riesen Lachen auf dem Gesicht eine Box mit 10 Kg Tomaten in die Hand, winkte und fuhr wieder weiter. Wir blieben etwas überrascht zurück. Die Syrer sind echt ein freundliches, hilfsbereites Volk.
Bosra nahmen wir noch mit auf dem Weg nach Jordanien. Die ehemalige Hauptstadt der römischen Provinz Arabien bietet ein römisches Theater welches 15‘000 Zuschauern Platz bietet und im Laufe der Zeit zu einer Festung umgebaut wurde. Wir liefen getrennt in der Festung umher da wir noch etwas dicke Luft hatten von den Vortagen und genossen die schöne Kulisse des Theaters bevor die Italienischen Reisegruppen einfielen und wir uns dann zügig aus dem Staub machten. Die Kilometer zur Grenze waren schnell abgerollt. Nach den Flüchtlingslagern oder besser den zusammengezimmerten grossen Zelten mit ordentlich Müll ringsum wo erbarmungswürdige Kinder herumstanden bogen wir zum Grenzposten ab nachdem wir uns erst etwas verfahren hatten und ein liebenswürdiger älterer Herr auf seinem Motorrad uns vorausfuhr um uns den richtigen Weg zu zeigen. Am Schalter wurde uns die Pässe ausgestempelt nachdem wir noch rund 10 Dollar ausreisegebühren hinblättern mussten bevor wir unproblematisch beim Costums noch das Carnet des Passages ausstempeln konnten. Weiter fuhren wir links und rechts von Stacheldrahtzäunen flankiert rüber zu den Jordanier.

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hopa, in Tanzania beim Kilimanjaro nach 2 Wochen Uganda und bald auf dem Weg nach Zanzibar auf ein Musikfestival, Freude herrscht =)

Haben euch wieder Reiseberichte zum lesen aufgetischt und hoffen ihr lest auch fleissig, Kasachstan, Fähre nach Aserbajdschan, Aserbajdschan, Georgien und Türkei zum 2ten sind raufgeladen ebenso Fotos Aegypten, viel spass.. Sobald wir wieder Internet mit besserer Verbindung haben können wir wieder Fotos raufladen.

Liebe Grüsse Tim und Simon

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Türkei zum 2ten, 17.- 21.9.

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17.-18.9., Grenzübertritt, Trabzon

Bei den Türken war Chaos pur. Bei jedem Schalter eine riesen Menschentraube im Tumult. Als wir reinfuhren drängelten sich gleich mehrere Fahrzeuge in die diversen Spuren vor uns und wir stellten unseren Bus in einer der Spur ab wo wir die Pässe stempeln konnten und Tim lief gleich weiter in den Tumult vor einem der Schalter wo sich 40-60 Türken drängelten um ihr Carnet des Passages abstempeln zu lassen. Schön stellte sich Tim in die Schlange und als die Beamten einen zweiten Schalter öffneten wurde er geradewegs nach vorne gebeten was etwas wütende Blicke der vielen drängelnden Türken nach sich zog. Wir trafen noch 5 deutsche welche mit alten Mopeds unterwegs waren und eigentlich nach Indien fahren wollten. Sie scheiterten jedoch an der iranischen Grenze da sie kein Carnet des Passages hatten und waren nun auf der Suche nach einem Lastwagen welcher ihre Mopeds zurück nach Istanbul nehmen konnte. Wir wünschten viel Glück und schon waren wir auf den wunderbar neuen Strassen der Türkei auf dem Weg nach Trabzon alles der Küste entlang. Gegen Abend kamen wir dort an und fanden eine Gelegenheit wo wir von der Strasse rechts weg an den Strand fahren konnten wo wir gleich begannen ein Feuer für ein BBQ zu machen. Drei Teenager kamen vorbei und wollten ihre Nase in unseren Bus stecken und fragten nach unseren E-Mails und ob wir Freunde sein wollen. Als der Muezzin loslegte mit seinem Abendgebet verlangten sie, dass wir die Musik ausmachen sollten. Wir verstanden erst nicht ganz was sie wollten, da fingen sie schon an uns zu beschimpfen und auszuspucken und meinten sie rufen die Polizei als sie gingen. Wir waren froh als wir endlich unsere Ruhe hatten und grillieren konnten (wir bekamen 1 Monat später effektiv eine Nachricht auf Facebook von einem der Drei welcher mit uns befreundet sein wollte, abstrus). Pünktlich auf den Regen waren wir satt und verkrochen uns.

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18.-20.9., Weg Trabzon nach Ganziantep über Zara und Malatya

Packen und Abflug, durch ein schmales grünes Tal schlängelten wir uns durch die Berge und nach dem ersten Pass wurde es wieder wärmer und die Regenwolken haben wir hinter uns gelassen. Der Landschaft mit ihrem gelblichen ton war klar anzusehen, dass hier weniger Regen fällt als direkt an der Küste wo die Berge die Wolken anstauen. Vor Sivas nach viel Fahren und schöner Landschaft fuhren wir auf einen Hügel auf ein Feld wo wir eine atemberaubende Aussicht auf die Berge und die schöne Landschaft hatten. Es wurde frisch und wir vertrieben uns die Zeit mit einem Film im Bus. Als wir wieder aus dem Bus krochen erschraken wir. Da sass ein Monster von einem Hund direkt vor unserer Schiebetüre. Er schaute uns an und begann mit dem Schwanz zu wedeln, alles in Ordnung, nach ein paar Streicheleinheiten machte er sich wieder vom Acker.
Wir trockneten morgens unsere feuchten Sachen in der Sonne und weiter ging es nach Sivas wo wir Durch bretterten und nach ein paar Stunden in Malatya einfuhren wo wir schon auf dem Weg nach Iran durchkamen und unseren grossen Kreis um Zentralasien vollendeten. In den grossen Shoppingcentern kauften wir doch noch dies und jenes um ausserhalb auf einem Hügel die nächste Übernachtung mit Blick auf das Tal vor uns zu geniessen.

Die Bauern auf dem Traktor inklusive Anhänger voll mit Arbeitern welche Morgens an uns vorbeikamen schauten etwas verdutzt was da auf ihrem Feld herumsteht, fuhren jedoch unbeirrt weiter während wir uns Abfahrbereit machten und die restlichen hunderte Kilometer unter die Räder nahmen nach Ganziantep.

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20.-21.9. Ganziantep

In Ganziantep stolperten wir über eine Mitsubishi Garage und checkten kurzerhand ein um unseren Bus vor Afrika nochmals durchzuchecken. Wir plauderten rum mit einem Kunden welcher deutsch sprach und während 4 Mechaniker sich dem Fahrzeug widmeten konnte einer gleich noch unsere Laterne wieder zusammenlöten, wunderbar. Obwohl offizielle Mitsubishi Garage wird hier fleissig nach türkischer Art Kabel mit Klebeband zusammengewurstelt und en gros meinten sie da sei alles wunderbar bis auf das Vorglühen wo wir ein Teilchen auswechseln müssten, würde jedoch auch ohne gehen. Wir liessen es bleiben und wurden in der Mitarbeiterkantine gleich noch zum Mittagessen eingeladen wo wir mit all den Mechaniker sassen wobei keiner ein Wort Englisch verstand. Wir bedankten uns herzlich ab der Freundlichkeit welche uns allgemein in der Türkei entgegengebracht wird und fuhren weiter zu den riesigen Shoppingcentern wo wir uns endlich Klappstühle und diverse andere kleine Sachen besorgen wollten wo wir sicher waren wir würden sie in Afrika nicht mehr kriegen. Nachdem wir uns ordentlich mit Lenkradschloss, Stühlen usw. eingedeckt hatten machten wir uns auf die Suche, wo wir unsere Gasflasche auffüllen könnten, da die es nicht mehr lange machen würde. Bei einer Tankstelle schwangen sich zwei jugendliche auf ihr Moped und brachten uns zu einem Gasheini welcher erst illegal in der Schweiz gelebt hatte und als er rausgeworfen wurde gleich nach Deutschland ging um dort noch schwarz etwas Geld zu verdienen bevor er von den Deutschen zurück in die Türkei ausgeschafft wurde. Er sprach gut Deutsch und immer wieder kamen andere, angezogen vom Bus mit fremden Nummernschild, welche alle auch deutsch sprachen da sie alle illegal in der Schweiz oder in Deutschland waren. Wir liessen uns vom ersten keine Gasflasche andrehen, liessen jedoch im Schuppen nebenan unseren Reifen welcher seit Kasachstan Luft verliert fachmännisch reparieren. Die deutschsprechende Truppe lungerte weiterhin etwas um uns herum und fragten ernsthaft ob wir ihnen Frauen in der Schweiz besorgen könnten welche sie heiraten könnten um wieder einreisen zu können. Ein weiterer Vorschlag war: „Komm doch heute bei mir vorbei, ich besorge ein paar Frauen dann können wir ein bisschen Spass machen“. Uns waren diese Typen echt nicht geheuer und nachdem unser geflickter Reifen wieder montiert war schwangen wir die Hufen und hatten noch einen kurzen Stopover bei einem Kebabstand wo der Kebabiollo doch tatsächlich schwarz in England gearbeitet hatte. Ganziantep scheint für uns die Stadt der leute zu sein welche gerne mal in den Westen reisen um hie und da ein etwas Knete zu scheffeln. Wir düsten noch bis 60 Km vor die Syrische Grenze und Campten in einer Olivenplantage. Wir fanden da heraus, dass die Stühle welche wir gekauft hatten echt nichts taugten, Tims Stuhl ging beim drauf sitzen schon tief in die Knie.

21.9. Grenzübertritt nach Syrien

Morgens waren wir schnell beim Grenzübergang Kilis wo wir uns schon seelisch vorbereitet in das Gerangel stürzten. Simon schlich sich in der Schlange um die Pässe abzustempeln während Tim beim Schalter für das Carnet des Passages mit Ellbogen seinen Platz behauptete. Beim Carnet des Passages Fensterchen eskalierte das ganze Gerangel so, dass der Beamte das Fenster schloss nach vorne kam und laut in die Menge herein schreite. Tim nutzte die Gelegenheit um unschuldig zu fragen ob er denn hier am richtigen Ort sei, er müsse nur das Auto ausstempeln lassen aus seinem Pass. Der Beamte nahm den Pass in die Hand, verschwand in das Office und öffnete kurz später das Fenster wo Tim gerade noch seinen Pass nehmen konnte bevor alle wieder ihre Ellbogen ausfuhren. Simon scherzte mit einer Gruppe Syrier herum welche in heller Freude war uns zu sehen. Wir stiegen ein und fuhren die 500 Meter zum letzten Tor wo sie uns wieder zurückschickten, da wir noch einen Stempel vergessen hatten. Bei einer Menschentraube wo vorne dran ein Schreibtisch mit einem überforderten Beamten stand lief Tim gleich um die Traube herum zum Master of Disaster fragte kurz was den noch fehle und hatte nach 10 Sekunden den Stempel geerntet. Los ging es nach Syrien , wo wir uns echt wunderten ob das mit den Visas wirklich so abläuft wie es uns die Botschaft in Armenien (welche wir angerufen hatten) geflüstert hatte.

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Georgien, 6.-17.9.10

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6.-7.9. Grenzübergang, Weg nach Tiflis

Wir überquerten die Brücke und schon waren wir in Georgien wo uns nur kurz ein Stempel in den Pass gedrückt wurde und mit einem breiten lachen hiess es: „ Welcome to Georgia!“, diesen Satz kam uns auch vom weiteren Polizisten der uns die letzte Schranke aufmachte entgegen und wir waren seit langem mal wieder in einem christlichen Land. Durch Lagodheki fuhren wir und wir machten einen Stopp um unseren Lebensmittelvorrat aufzumunitionieren. Das Paradies öffnete sich uns und von Servelats bis Wein gab es alles was das Herz begehrt. Wir deckten uns dicke ein und fuhren weiter über Sighnaghi wo wir auf einem Hügel in die Felder einbogen und bei einer relaxten Grillade die Landschaft genossen.

Morgens packten wir gemütlich und fuhren die restlichen Kilometer nach Tiflis wobei uns wie am Vortag schon wieder auffiel dass die Georgier wie die hinterletzten A******* fahren. Es scheint als haben die Georgier alle ihren Führerausweis im Osterei gefunden, egal ob enge Strassen, keine Sicht oder ob es gerade noch vor dem Truck eventuell eine Lücke gibt, da wird zugefahren ohne Rücksicht auf Verluste.

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7.- 10.9. Tiflis

In Tiflis fragten wir uns zum Tbilisi Hostal durch welches in einer Seitengasse nahe dem Stadtzentrum ist. Nicht nur Adam trafen wir dort an sondern auch die vier Franzosen, das hört sich nach grosser Party an. Wir bekamen vom Besitzer des Hostals die Erlaubnis Duschen, Küche und Internet zu nutzen während wir unseren Bus in der engen Seitenstrasse so hinstellten, dass er niemandem im Weg e stand. Gleich starteten wir unsere Wäscheaktion, letztes Mal hatten wir in Usbekistan gewaschen, wir haben definitiv zu viel Kleider mitgenommen, ist jedoch angenehm genug dabei zu haben. Nach viel Internet organisierten die Franzosen vom Markt selbstgebrannten Wein, Bier und sonst noch Sachen die Spass machen und unserer gemütlichen Runde am Abend gesellten sich vier Mädels aus England hinzu wobei eine davon Geburtstag hatte und wir als Dank fürs mitsingen gleich noch vom Kuchen mit naschen konnten. Als alle noch vom Mätzchen spielen schwarz an gekokelt waren vom Weinkorken Endete gegen 5 Uhr der Abend.

Nach drei Stunden Schlaf trieb uns die Hitze aus dem Auto und wir pflanzten uns in den gemütlichen Hof des Hostels. Adam werkelte an seiner BMW herum da ihm auf dem Weg von Aserbaidschan nach Georgien die Kardanwelle zerschlagen wurde, mit Simons Schraubenzieher hebelte er so rum, dass dieser zerbrach. Die Franzosen welche eigentlich um 10 Uhr weiterreisen wollten verabschiedeten sich gegen 14 Uhr da sie vom Vorabend noch so Schachmatt waren. Wir starteten noch einen Anlauf um mit unseren Klappfahrrädern die Stadt zu besichtigen. Als wir jedoch gerade ins Stadtzentrum kamen wurde es recht bewölkt und wir radelten zurück um morgen nochmals einen Anlauf zu nehmen um alles etwas im Sonnenschein betrachten zu können. Mit Adam gingen wir auf den Markt nahe dem Hostal welcher reichliches Angebot aufbot. Wir kauften frisches Gemüse, wieder einmal einen Schmackhaften Käse und machten uns nebst kalter Platte noch einen schönen Salat. Ein deutscher Radfahrer, 73 Jahre alt oder so, echt rüstig quaselte Tim die ganze Zeit die Ohren zu obwohl zwischendurch am telefonieren oder sonst wie beschäftigt wollte er einfach nicht ablassen. Selbstgemachten Wein vom Markt schlürften wir auch an diesem Abend, liessen es jedoch nicht mehr all zu spät werden da wir morgen noch etwas Programm machen wollten.

Wie geplant sattelten wir die Räder und die Sonne spielte auch mit. Die Kirchen auf den umliegenden Hügeln wo Tiflis eingebettet ist sind echt schön, doch wie in Moscheen ist mit kurzen Hosen der Eintritt untersagt. Wir genossen die alten Bauten, moderne Brücken und das savoir vivre der Georgier. Ein Polizist stoppte Tim, weil er auf der Strasse mit dem Fahrrad unterwegs war und gab kurz in gebärdensprache zu versthen, dass mit dem Fahrrad auf dem Fussgängerstreifen gefahren werden soll. Die meisten Passanten lachten und winkten während wir vorbeifuhren, bestimmt weil Tim auf dem kleinen Fahrrad echt kurlig aussieht. Gegen Mittag waren wir zurück im Hostal und wir staunten nicht schlecht, hinter unserem Bus stand ein deutscher Rettungswagen welcher zum Camper umgebaut wurde. Christian mit Familie welche auf dem Weg nach Indien sind. Er zeigte uns sein Navigationssystem welches aus Google Earth besteht und einem GPS USB Gerätchen, perfekte Sache. Wir hatten wieder eine gemütliche Runde am Abend auch mit Celine aus Frankreich und Brad aus Amerika welcher auch bereits drei Tage im Hostal war.

David Gareji, Weg nach Kazbegi

10.-11.9. David Gareja

Als wir aus dem Auto krochen war Adam bereits in der Stadt unterwegs um Ersatz für seine Kardanwelle zu besorgen, echt schade konnten wir uns nicht mehr persönlich von ihm verabschieden und wir packten alles zusammen. Wir dankten dem Hostalbesitzer welcher uns so grosszügig seine Infrastruktur offen stellte, er meinte er sei auf Couch Surfing weshalb auch die deutsche Familie hier sei. Wir haben uns erst im Tiflis Hostal über Georgien informiert und mussten feststellen, dass wir an einer der Haupttouristenattraktionen nämlich Sighnaghi einfach vorbeigefahren sind. Wir fuhren also erst einmal denselben Weg zurück und machten noch einen Stopp bei einem Pneuheini, da einer unserer Reifen welchen wir in Kasachstan geflickt hatten immer noch Luft verlor. Weiter ging es erst nach David Gareja, ein Kloster welches in den Fels gehauen ist. Schon als wir von der Hauptstrasse abbogen wurde die Strasse schlechter. Die weite unbewohnten Gebiete auf der Strasse entlang sind Hügelig, grün, wunderschön. Etwa 10 Km vor dem Kloster fuhren wir an einem Dorf vorbei wo jene leere Häuser rumstanden wobei einige Bauruinen von den wenigen Bauern als Lagerstätte für ihr Stroh dienten. Nachdem wir das Dorf passierten war nur noch Kiesstrasse und wir kamen etwas langsamer vorbei. Beim Kloster hatte waren lediglich 2 weitere Touristen welche bald gingen und wir konnten die Stille des Ortes und die schöne Natur herum für uns geniessen. Das Gebiet um das Kloster wurde von den Russen als Truppenübungsplatz benutzt was zu Demonstrationen der Georgier geführt hatte. Ironischer weise wurde nach der Unabhängigkeit Georgiens das Gebiet dann von der Georgischen Armee ebenfalls als Übungsplatz gebraucht was jedoch dann eingestellt wurde nach weiteren Demonstrationen und Vorstössen der Bevölkerung. Unterdessen ist das Kloster welches im 6ten Jahrhundert von David Gareja welcher aus dem mittleren Osten gegründet wurde wieder von Mönchen bewohnt. Wir parkten unterhalb des Souvenir Shops und blieben über Nacht dort. In der Nacht klopfte einer an das Auto wir sollen doch Aufmachen, er wolle mit uns befreundet sein, er habe auch Facebook. Nach erstem ignorieren liess Tim ihn wissen wir seien jetzt am schlafen er soll doch morgen um 8 Uhr nochmals kommen.

Kazbegi, Weg nach Batumi

11.-12.9. Sighnaghi, Kazbegi

Morgens kam niemand vorbei und da es Regnete gingen wir nicht nochmals ins Kloster sondern kurvten die schöne Landschaft vorbeiziehend zurück und Richtung Osten auf kurvigen engen Strassen nach Sighnaghi. Ein Dorf mit Flair, alte Steinhäuser, Kopfsteinpflaster Strassen und Klöster, Kirchen und Parks. Als wir jedoch da einfuhren sahen wir wegen dem dichten Nebel gerade mal 10 Meter weit und es regnete immer noch in Kübeln. Kurzentschlossen entschieden wir uns Sighnaghi ans Bein zu streichen und fuhren weiter, echt Schade. Wir fuhren weiter hoch nach Norden über Telavi. Die Landschaft wunderschön, der Herbst hält langsam Einzug und die Bäume auf der hügeligen Landschaft verfärbten sich schon langsam. Die Georgier in den Dörfern sitzen meistens vor ihren Häusern oder in ihren Gärten, spielen Domino oder trinken ein Weinchen, die lassen es sich echt gut gehen, und oft freundliche Gesichter die einem zuwinken. Vor Tianeti bogen wir weil wir gerade etwas Dicke Luft hatten und es gerade niemanden so richtig kümmerte falsch ab und stachen nach Norden wobei sich der Umweg dank der Landschaft doch noch irgendwie Lohnte. Als die Strasse fertig war und nur noch Kiesweg vor uns war fragten wir die Einwohner des nächsten Dorfes welche uns wieder zurück schickten. 50 Km Umweg, naja, als wir dann die richtige Strasse fanden ging es nicht lange und die von Löcher gespickte Asphaltstrasse wich einem von Wasser durchfurchtem Kiesweg. Wieder etwas Offroad feeling welches echt lang anhielt bis wir in Zhinvali auf den Georgischen Militär Highway trafen welcher uns hoch nach Kazbegi brachte. Gegen Abend erreichten wir Kazbegi nach einem vollen Tag welchen wir lediglich mit Fahren verbrachten von David Gareja an der aserbaidschanischen Grenze hoch nach Kazbegi welches an der russischen Grenze liegt. Der Wechsel der Landschaft ist schön anzusehen und nach Zhinvali ging es steil Serpentinen hoch auf eine Höhe von 2200 M.ü.M. Wir kletterten mit unserem Bus kurz bevor es dunkel wurde hoch zur Tsminda Sameba Kirche, welche über Kazbegi auf einem Hügel thront. Die Russen konstruierten eine Seilbahn hoch zur Kirche welche die Georgier jedoch wieder da sie der Meinung waren die Seilbahn sei für den heiligen Ort deplatziert. Unterhalb der Kirche stellten wir den Bus ab und kochten drinnen da es uns draussen fast wegblies. Die Aussicht auf die Lichter Kazbegis im Tal unten war echt stimmig.

Morgens gingen wir in die Kirche, war Sonntag und mit unseren Bärten wurden die Priester etwas stutzig und fragten uns ob wir orthodoxe seien. Wir verneinten und schon wurden wir gebeten doch in 20 Minuten wieder zu kommen nach dem Gottesdienst. Machte nichts, denn die Kirche ist auch von aussen eine Schönheit und mit ihrer einzigartigen Lage und dem Mount Kazbegi (5047 m.ü.M.) vor einem, echt Hammer. Wir hofften Adam noch anzutreffen da der in Tiflis noch was verlauten liess, er wolle auch nach Kazbegi fahren. Wir trafen dafür Celine nochmals, echt lustig ebenfalls ein israelisches Pärchen welches uns ihre Adressen gaben, da wir ja bald auch dort sein werden.

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12.-13.9. Weg nach Kobuleti

Wir fuhren los und kauften uns bei einer Babuschka am Strassenrand Georgische Ziegenmützen. In Ananuri legten wir eine Sandwichpause ein und flanierten durch die Burg und die orthodoxe Kirche, schön am Zhinvali Stausee gelegen. Ca. 10 Km vor Mtskheta bogen wir nach Westen ab und schafften es noch bis Kutasi. Die Strasse mit direktem Gegenverkehr und Lastwagen die einem an der Heckscheibe kleben sind echt Abenteuerlich, Landschaft einfach atemberaubend. Nachdem wir bei unserem ersten Campingplatzversuch von einem Traubenfeld fortgejagt wurden fanden wir in einem Wäldchen gerade noch einen Platz als es schon dunkel war. Es windete wieder echt stark und wir verkrochen uns in den Bus und gingen früh schlafen.

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13.-17.9. Kobuleti, Batumi, Grenzübergang in die Türkei

Wir düsten früh los und waren schon bald am Schwarzen Meer. Auf dem Weg kamen wir an diversen Unfällen vorbei wobei der übelste ein türkischer Truck war der in einem Kleinwagen steckte. Der Strand mit schwarzem Sand war voller Abfall und Kühen die an Plastiksäcken rumkauten. Hinter dem 10 Meter Strandstreifen gab es hie und da teilweise verfallene Häuser welche von Wiesen und vielen Bäumen umgeben sind. Irgendwie eine ganz stimmende Strandkulisse wenn der Abfall nicht überall herumliegen würde. Wir fuhren dem Strand entlang nach Kobuleti wo Tim einen spanischen Truck entdeckte und unbedingt bei denen, gleich vor dem Strand im Schatten der Bäume Campieren wollte. Simon pochte darauf noch nach Batumi runter zu fahren um zu sehen wie der Strand dort so aussieht. Also fuhren wir die Hügel hoch und runter dem Meer entlang nach Batumi wo der Strand uns nicht gerade aus den Socken haute und so fuhren wir den selben Weg wieder zurück nach Kobuleti, eine Urlaubsoase der Georgier. Kaum neben den Sapnier parkiert fuhren die Jungs nach einem kurzen schwatz los nach Tiflis, schade. Wir genossen noch die letzte Sonne und flanierten nach einer Dusche den Bars und Shops der Hauptstrasse an und pflanzten uns in ein Restaurant das einigermassen aussah. Tim bestellte sich neben dem Steak noch das was er bei den Georgiern auf den Tischen Sah ein Brot welches Oval geformt ist mit Käse und Ei darin verrührt, eine Kalorienbombe nach dem er kaum noch das Steak runterbrachte. Simon kam ins Gestikulieren mit einem betrunkenen Tischnachbarn der uns gleich zu Wodka einlud. Das Restaurant war weit weg von gutbesucht, da Saisonende war, was den Solosänger mit seinem Keyboard so laut aufzudrehen das man kaum sein eigenes Wort verstand. Vier Mädels in ihren 40igern schwangen das Tanzbein während unser Wodka-Gastgeber mit glasigen Augen nach vorne zur Tanzfläche torkelte um sie anzubaggern. Eine der Frauen gab ihm klar zu verstehen das er sich verpissen soll worauf er so aggressiv wurde, dass er vom Türsteher aus dem Restaurant geschoben wurde, da halfen auch die guten Worte seines etwas weniger besoffenen Kollegen nichts mehr. Wir blieben noch etwas sitzen und tranken mit den Mädels etwas weiter, eine der Frauen sprach wunderbar Deutsch. Gut unterwegs verabschiedeten sich die vier von uns und wir schlängelten uns gegen Mitternacht dem Strand entlang zurück zum Auto. Die Wellen waren echt hoch und draussen im Meer zuckte ein Blitz nach dem anderen, da war was im Anmarsch. Wir nutzten die gute Stimmung für ein kurzes Bad im wilden Meer wo es uns hin und her geworfen hatte bevor wir uns gerade noch rechtzeitig vor dem Regen in den Bus retten konnten. Es begann richtig zu stürmen und wir kriegten die volle Breitseite ab. Das Wasser floss in Strömen durch die Zeltplache des Klappdaches in den Bus hinein. Es regnete ohne Unterbruch bis am nächsten Nachmittag wo es gegen 15 Uhr endlich aufhörte. Alles war nicht nur feucht es war aufs übelste mit Wasser vollgesogen. Simon fragte gleich nachdem er aus dem Bus gekrochen war wo denn die Stühle sind welche wir ohne viel zu überlegen lediglich unter den Bus gelegt hatten, sie waren weg. Am Strand wo es vieles angespült hatte war halb Kobuleti am Sachen zusammensammeln, anscheinend unsere Stühle gleich mit. Die Strandbars waren alle übel zugerichtet, Tafeln hat es umgeweht und Stühle und Tische lagen kreuz und Quer am Boden herum und die Besitzer waren alle um Schadenaufnahme bemüht. Wir spannten unsere Seile von Baum zu Baum, windeten unsere Matratzen und alles andere aus und hängten es zum trocknen auf, bis am Abend war es nicht mehr nass, aber immer noch ganz schön feucht, gibt wirklich angenehmeres zum schlafen.

Morgens war es noch etwas bewölkt und wir setzten uns kurz ins Internet Cafe um der schweizer Botschaft in Tiflis zu schreiben ob die was über Syrische Visas wissen, ob man das direkt an der Grenze machen könnte, das würde uns einen Umweg in der Türkei ersparen. Zurück auf unserem Campingplätzchen packten wir wieder alles aus der Karre raus um es zum trocknen aufzuhängen. Den Rest des Tages genossen wir den Strand und die Sonne welche da und dort ihre schöne Seite zeigte. Am Abend sassen wir kurz im Internet Cafe und wandten uns danach dem billigen Wodka zu und machten Bekanntschaft mit Georg aus Georgien welcher in Kobuleti ebenfalls im Urlaub ist und uns einen Chacha, einen Georgischen Schnaps in einer Coca Cola Flasche mitbrachte. Das Zeugs schmeckte wie Gift, ging aber runter wie nichts. Vor dem Schlafen musste Tim nochmals die Heckklappe aufmachen und liess sich den Chacha nochmals durch den Kopf gehen.
Am Morgen war Tim immer noch etwas Übel was nach etwas Brot und Speck und einer Flasche Cola besser wurde. Den Tag durch wiederholten wir unsere Trockungsaktionen und spannten überall unsere Seile um die Nasse Wäsche aufzuhängen. Die Sonne schien in vollen Zügen und den letzten Tag am Strand brachte uns das, was wir eigentlich für die ganze Zeit am Strand gewünscht hätten, Sonnenschein total.

Wir hatten noch keinen Plan wie das mit dem syrischen Visa aussieht und packten alles zusammen um im Internetcafe abzuklären was Sache ist. In Kobuleti war das einzige Internetcafe geschlossen und wir fuhren in die nächste Stadt wo wir für genau 10 Minuten schauen konnten bevor sich die Elektrizität verabschiedete. Die Stadtverwaltung habe der ganzen Stadt den Saft abgedreht, für wie lange sei nicht bekannt. Nach 40 Minuten warten hatten wir genug und fuhren weiter nach Batumi wo wir ein Antwortschreiben der Botschaft mit den Angaben der syrischen Botschaft in Armenien erhielten. Über Skype riefen wir in Armenien an und erfuhren, dass wir tatsächlich ein Visa direkt an der Grenze machen können, wunderbar, so ersparen wir uns viele Kilometer in der Türkei wo der Dieselpreis eklatant hoch ist. Wir besuchten noch einen Supermarkt und deckten uns grosszügig mit Wein, Wodka, Fleisch und sonstigen Sachen ein, welche wir in Syrien sicher nicht in dieser Qualität kriegen werden und um die Türkei ohne ausgaben durchqueren zu können. Dem Strand entlang fuhren wir zur türkischen Grenze, machten noch all unsere Dieselkanister voll und waren gerüstet.
Die Georgier handhabten alles zügig, Stempel in die Pässe, Auto ausgetragen und schon waren wir auf der türkischen Seite. Das einzig mühselige waren all die Türken die mit Ellbogen und Autoblockieren und was auch allen für Tricks sich vordrängeln versuchten.

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Aserbaidschan, 3.-6.9.10

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3.-5.9. Grenzübergang, Baku

Kaum sind wir aus der Fähre herausgefahren stand schon einer mit schön glänzender Uniform da und hat auf uns gewartet, hatte einen Zettel mit unserer Fahrzeugbeschreibung und unseren Namen am Start, Tim soll ihm doch bitte folgen nachdem wir unseren Stempel in den Pass erhalten hatten. Als er mit ihm durch den Hafen in sein Büro gelangte stellte er eine Quittung aus und meinte pro Meter kostet die Überfahrt 50 Dollar, also bitte schön, 200 Dollar. Tim erwiderte, dass ihm in Aktau mitgeteilt wurde, dass lediglich 56 Dollar noch fällig wären sobald wir in Aserbaidschan ankommen würde und wir wären nicht bereit 200 Dollar zu bezahlen. Arrogant erwiederte er wir würden ohne seine Quittung nicht aus dem Hafenareal rauskommen. Tim lief aus dem Büro zurück und informierte Simon und Adam. Wir packten Plan B aus und versuchten einfach herauszufahren. Adam war schon draussen (ohne zu bezahlen und ohne Costumsdokumente) und wir wurden im letzten Augenblick von zwei Polizisten gestoppt und zum Costumsoffice diktiert. Adam war genau so wenig interessiert die überraschenden Überfahrtskosten abzudrücken wie wir und wir entschlossen uns erst einmal die Costumspapiere zu erledigen. Ein 20 Jähriger Tscheche welcher mit seinem 38 Jährigen Motorrad in nach Kasachstan unterwegs war half uns um das russische zu übersetzten. Beim Costums kam der ganze kram auf 56 Dollar und der andere Heini welcher die 200 Dollar wollte für die Überfahrt tauchte nochmals auf. Wir steckten alle die Köpfe zusammen und rangen uns dann doch durch dem Theater ein ende zu setzen und bezahlten brav was noch offen war nämlich die 200 Dollar plus nochmals 25 Dollar für das Entladen des Fahrzeuges welches wir selber rausgefahren hatten, ein Witz.

Wir hatten schon mit den Franzosen abgemacht welche stunden vor uns mit den Grenzformalitäten fertig waren. Wir parkten unseren Bus hinter einem der Gebäude im Hafenareal während Adam und der Tscheche in einer Holzhütte von Flüchtlingen ebenfalls im Hafenareal Quartier bezogen. Wir stapften los durch das wohlhabende Baku. Die Stadt hat Flair und in einem Biergarten warteten wir auf die Franzosen mit denen wir dann weiter in ein Restaurant gingen wo wir kleben blieben. Nach genug Bier und gutem Essen fuhren wir mit dem Taxi zum Hafen zurück und legten uns hin, war echt eine super Abrundung nach der Schifffahrt. Morgens weckten wir Adam und wir fuhren mit ihm und dem Tschechen in die Stadt um Baku etwas anzusehen. Die Altstadt ist wunderschön herausgeputzt und wir waren echt positiv überrascht. Nach einem Musem stolperten wir über die vier Franzosen welche noch eine ältere Dame im Schlepptau hatte welche ihnen ungefragt die Stadt zeigen wollte. Wir schlossen uns alle zusammen, verloren aber Adam und den Tschechen welche noch irgendwo ein Türmchen hinauf wollten. Die Einkaufsfussgängerzone ist mit Kunstvollen Brunnen und sonstigen Statuen geschmückt und der lang ersehnte Mc Donald war auch da =). Am späteren Nachmittag verabschiedeten wir uns von den Franzosen und fuhren zum Hafen zurück wo wir Adam vermuteten. Ihm war noch etwas übel vom vorherigen Abend, raffte sich dann doch auf und wir schafften es bis zum Eindunkeln aus der Stadt heraus wo wir uns auf einen Hügel pflanzten.

Wir wünschten Tags darauf Adam alles Gute und gaben ihm eine Visitenkarte von einem Hotel in Tiflis welche wir in Usbekistan von einem Pärchen erhalten hatten. Er musste sich beeilen um aus Aserbaidschan herauszukommen, da ein Transitvisa mit dem Motorrad lediglich 3 Tage gültig ist, mit einem Auto erhält man 5 Tage.

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5.-6.9. Lahic und Saki, Grenzübergang

Wir kurvten durch immer hügeligere Landschaft nach Lahic. Lahic liegt in den Bergen und der Weg dorthin mit all den Felsformationen ist echt schön, auch wenn die holprige Piste nicht gerade entspannend wirkt. In Lahic liessen sich vor hunderten vor Jahren Iranische Flüchtlinge nieder welche berühmt für ihre Teppiche waren. Heutzutage ist es ein touristische Attraktion welche für die altertümliche Architektur und die kunstfertigkeit der Bewohner sei immer noch top aktuell. Das Dorf mit all den Steinhäusern erinnerte uns krass an Bergdörfer in Graubünden und wir flanierten durch bevor wir uns weiter machten nach Saki wo wir nach etwas herum suchen die Burg fanden wo wieder wie bereits in Lahic viele Kulturschaffende auf uns gewartet hatten um uns was selbstgebasteltes anzudrehen. Wir gaben unserem Bus bald die Sporen und waren auf dem Weg nach Zagatala nähe der georgischen Grenze. Aserbaidschan ist vor allem in der Lahic- und Saki Region schön Grün und Bergig mit angenehmen Klima, die Leute erinnern einen sehr an Türken. Um Zagatala langweilte ein Polizeiauto, neuster 5er BMW, alle Fahrzeuge hinter sich da er so vor sich hinschlich. Als wir einer nach dem anderen überholten liess er genau als wir vor dem Polizeiauto wieder einbogen die Sirene kurz aufheulen und stoppte uns. Während der beifahrende Polizist halb liegend im Auto ein Telefonat verrichtete kam der andere geschlurft mit einem riesigen grinsen unter seinem Pornobalken und fragte höflich woher wir denn kommen während er seine lange Nase in unser Fahrzeug steckte um seine Neugier zu befriedigen. Nach einem kleinen schwatz fuhren wir weiter ohne irgend ein Ausweis gezeigt zu haben. Wir freuten uns natürlich sehr, dass während dem uns die Polizisten gestoppt hatten jede Menge Fahrzeuge an uns vorbei fuhren welche wir beim Grenzübergang nun vor uns hatten. Es herrschte eine Affenhitze und kein Aussicht auf Schatten, der neue Grenzübergang lag zu unserer Linken, war noch nicht in Betrieb. Der Alte Grenzübergang wo wir rüber mussten war schon halb Abgebrochen und nach ca. 2 Stunden Wartezeit und etwas Gestürm konnten wir endlich durch die Schranke fahren und Pass wie auch die Fahrzeugpapiere ohne grössere Probleme ausstempeln lassen.

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2.-3.9. Fahrt von Aktau nach Baku über das Kaspische Meer

Als wir in die Fähre fuhren wurden wir vom Einweiser gestoppt, Fenster runter kurbeln:“Give me 10 Dollar.“ Wir schauten uns kurz an und meinten: „Why?“, als Geschenk meinte der andere, wir meinten nicht, parkten den Bus, halfen Adam beim Fixieren seines Motorrades und gingen hoch zu unserer Kabine welche wir mit Adam teilten. Die Dame welche sternhageldicht (jede Seemeile auf dieser ehemaligen russischen Fähre hat ihre Spur in ihrem Gesicht hinterlassen) zeigte uns unsere deluxe Kabine. Alles was nicht Niet und nagelfest war ist weggeschraubt auf diesem Kutter, die Matratzen haben alle Löcher durch die man das Innenleben bestaunen kann und woher all die Flecken kommen will man gar nicht wissen. Die Toiletten sind bis unter den Rand voll mit Fäkalien. Die nette Dame bot uns für 1 Dollar pro Stück Bettwäsche an. Wir meinten das sei doch eine gute Investition (wir waren erstaunt, dass wir für 90 Dollar pro Person keine Bettwäsche erhalten) und erhielten zu der Bettwäsche sogar noch einen Schlüssel für eine andere Kabine wo die Toilette einigermassen Sauber war und funktionierte. In der miefigen kleinen Kabine öffneten wir das Fenster und gingen auf Deck um auf das Ablegen zu warten. Mit Adam und vier Franzosen waren wir wie es erst schien die einzigen Touristen auf dieser alten ehemaligen russischen Fähre. Die Franzosen waren mit einem 24 Jährigen Volvo in Frankreich gestartet und über Russland nach Kasachstan gefahren. Als sie von Almaty nach Aktau fuhren kamen sie mit ihrem Fahrzeug schlichtweg nicht durch die Wüste und blieben stecken. Gegen eine Übernachtung, Essen und fahrt zur nächsten Ortschaft hinterliessen sie der Familie das Fahrzeug inklusive alles was sie nicht mittragen konnten. Beim Auslaufen auf die See war die Aussicht auf Aktau und den beleuchteten Hafen echt schön.

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Den ganzen nächsten Tag verbrachten wir auf Deck wo teilweise Ausgelaufene Farbfässer herumstanden und Tim holte sich einen schönen Sonnenbrand. Als wir schon glaubten wieder Land zu sehen stellte sich das bei näherer Betrachtung als alte Ölbohrplatformen heraus welche langsam zerfallen und teilweise umgeknickt im Wasser lagen. Das Wasser schimmerte teilweise in Regenbogenfarben von dem Öl welches von der Förderung direkt in das Kaspische Meer fliesst. Das Kaspische Meer steigt übrigens jedes Jahr etwas was ökologisch ebenfalls zur Katastrophe führen wird, da die meisten ehemaligen Ölbohrstationen nahe dem Wasser gebaut wurden und in absehbarer Zeit überflutet werden. Vor Baku wurde der Anker gesetzt und statt wie erwartet gegen 21 Uhr im Hafen einlaufen zu können wurde uns mitgeteilt, dass wir vor dem Hafen nochmals auf dem Schiff übernachten müssten, da der Hafen für uns keine Kapazität habe. Echt dumm, da uns das Trinkwasser und das Essen ausging. Wir suchten auf dem Schiff welches echt leer aussieht und wunderbar in einem Horrormovie hätte Kulisse stehen können die Küche und erhielten für stolze 40 Dollar für 7 Personen aufgewärmtes Reis und etwas was wie Hühnchen aussah. Wohlgemerkt, 40 Dollar wurde ausgehandelt, die wollten uns echt schröpfen und wir stellten in Aussicht dass wir ja morgen eventuell noch auf ein Frühstück vorbeikommen werden.

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Morgens konnten wir uns die köstliche Szene von Deck aus beobachten wie 5 Azeris den Versuch starteten die zwei Anker hochzuziehen bei rauer See. Nachdem die Hälfte der Kette hochgezogen wurde verklemmte sich der Seilzug so dass alle nur noch Kopfkrazend daneben standen während der Kapitän über Lautsprecher seine Meinung mit Beleidigungen kundtat. Nach Tritten und weiterem rumhantieren schafften sie es dann die mit Zentimeterdicker Farbschicht überzogene Maschine wieder in Gang zu setzen und los ging es in den Hafen hinein. Wir erhielten vor dem rausgehen unsere Pässe wieder zurück welche uns beim Ablegen abgenommen wurde und endlich hatten wir wieder festen Boden unter den Füssen, welcome to Azerbaijan.

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Kasachstan, 20.8.-1.9.10

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20.-23.8., Grenzübertritt, Almaty, Weg nach Astana

Beim ersten Posten erhielten wir ein Registrierungspapier. In Kasachstan muss man sich einmalig Registrieren lassen damit man bei der Ausreise keine Probleme kriegt. Nach diesem Posten wurden wir zu dem Costums-Kaspar geschickt welcher unseren Bus begutachten sollte. Dieser wollte von uns dieses und jenes Papier haben welches wir in diesem Gebäude und jenem Schalter kriegen. Tim stiefelte mit den Pässen los während Simon beim Auto blieb um die Autodurchsuchung zu überwachen. Im ersten Gebäude erhielt Tim nach einigem Schlangenstehen in seinen Pass den Einreisestempel. Der Polizist sagte warum er den Pass von Simon habe, das gehe gar nicht. Ein Teenager hinter Tim konnte das ganze in Englisch übersetzen. Nach einigem Gezeter erhielt dann auch Simon ohne seine Anwesenheit einen schönen runden Stempel auf sein kasachisches Visum. Tim fragte spezifisch nach der Registrierung worauf der Polizeibeamte einen Stempel auf die zwei Zettelchen drückte. Zurück beim Auto wo noch nichts passiert war sollten wir noch ein spezielles Zettelchen vorzeigen bevor es weiterging. Also ging Tim nochmals in ein Gebäude und erhielt ein Papier mit einem Stempel drauf und ging zurück. War immer noch nicht genug, also nochmals zurück und Costumsformulare ausfüllen welche alle in russischer Sprache verfasst sind. Nach etwas suchen wurde eine Studentin beigezogen die das ganze übersetzen konnte. Zwei Stunden sind schon vergangen und der Costumsclown sagte wir sollen die ganze Karre entleeren damit er alles kontrollieren könne. Natürlich nahmen wir jeder nur unsere Kleiderkiste raus und nach einem kurzen Blick auf diese Kisten war der Spass schon vorbei. In der Autoschlange drückten wir uns wieder rein und schlängelten uns durch die weiteren Beamten wo wir unsere Zettelkollektion vorzeigen konnten. Grosses durchatmen und schon waren wir auf dem Weg nach Almaty.

Die Landschaft änderte sich markant nach all den Bergen. Weite Steppe mit gelbem Gras, fast keine Dörfer und schon bald waren wir in der Nähe von Almaty wo wir uns in den Büschen versteckten um was zu kochen und uns etwas für den Ausgang am Abend zu erholen. Eine grosse Szene auf dem Weg nach Almaty war so ein Kunstfahrer welcher uns mit ach und krach überholte um dann gleich voll in die Eisen zu steigen weil er einen Kollegen am Strassenrand gesehen hatte. Natürlich blieb er eiskalt auf der Hauptstrasse stehen was uns ebenfalls zu einem schönen Bremsmanöver zwang. Tim auf dem Beifahrersitz hatte gerade noch Zeit beim Weiterfahren seine Meinung aufs schönste mit Gestiken und netten Worten zu kommentieren. Diese netten Worte bewegten den Fahrer wieder Fahrt aufzunehmen und zu versuchen uns auszubremsen und wild mit der Faust zu gestikulieren. Erst überlegte Tim noch ob wir mit dem Pfefferspray während dem vorbeifahren noch eine kleine Duftnote in seinem Auto unternehmen wollten, wir beschlossen uns dann jedoch den Typen zu ignorieren und wichen aus. In Almaty verbrachten wir eine volle Stunde um den Klub in den wir wollten nicht zu finden. Wir parkten in einer Seitenstrasse und steuerten dann zu einem Zelt mit lauter Musik neben einem Einkaufszentrum zu. Für ein Bier bezahlten wir stolze 8 Dollar und als wir auf einem Sofa mit Tisch platznahmen wurde uns erklärt, dass wir 200 Dollar bezahlen müssten falls wir hier sitzen möchten, natürlich seien in dem Preis auch ein paar Getränke inklusive. Wir schauten uns kurz an, tranken aus und liefen heraus. Das Publikum dort drin war ebenfalls nicht gerade nach unserem Gusto; 18-22 Jährige mit dicken Mercedes und anderen Luxuskarossen. Wir schliefen gleich in der Seitengasse wo wir parkiert hatten und konnten noch die ganze Nacht die Bässe aus dem Zelt spüren. Wir hatten genug von Almaty und fuhren langsam durch den Stau aus der Stadt heraus nach Norden, Astana.

Die Strasse nach Astana ist gut Asphaltiert, die schweren Trucks die jedoch darauf fahren hinterlassen solch tiefe Gräben, dass man echt aufpassen muss wie man fährt damit man mit dem Fahrzeug nicht auf der Strasse aufschlägt. Links und rechts der Strecke teilweise bewirtschaftetes Land, grösstenteils einfach nur Steppengras und teilweise Hügel sonst gibt es ausser endloser Steppe nichts zu sehen. Die Dörfer die wir passieren sehen runtergekommen aus und wäre echt der letzte Ort wo man wohnen will. Bei einem See weit abseits der Hauptstrasse übernachteten wir die erste Nacht und genossen die Stille. Früh fuhren wir los und die Strasse wurde etwas besser. Da Kaffeepause und dort eine Sandwichpause und schon war der Tag wieder um. Hinter einem Hügel versteckten wir uns damit wir von der Strasse aus nicht sichtbar sind. Wir haben in Usbekistan üble Geschichten gehört wo Räuberbanden angeblich in Kasachstan unterwegs wären etc. Der Himmel zog sich mit Wolken zu und rings um zuckten die Blitze. Wir schafften es nach dem Essen gerade noch die Stühle und alles zu verstauen und in den Bus zu springen als es Sturmartig begann zu regnen. Wir schauten in unserem Kinosaal einen Film während wir immer wieder mit dem Badetuch da und dort reinlaufendes Wasser auffingen. Zum Glück dauerte der harte Regen lediglich eine halbe Stunde.

Tags darauf fuhren wir noch die restliche Strecke nach Astana und fuhren durch Qaraghandy. Qaraghandy sah aus wie eine Stadt in Endzeitstimmung, 400 000 Einwohner in der Mitte des grossen Nichts der Steppe, -40 Grad im Winter, +40 Grad im Sommer und alle leben vom Kohletagbau, beeindruckend triste sieht es aus und lädt echt nicht auf einen Stopp ein. Vor Astana wurde die Strasse plötzlich besser, zweispurig, Blumenbeete links und rechts und schon waren wir in der Traumstadt des Präsidenten welcher vor 20 Jahren beschlossen hatte hier in der Weite der Steppe seine neue Hauptstadt zu bauen wo ca. 20% des Geldes des Landes in den Bau der Stadt aufgehen. Seit ungefähr 10 Jahren hat Astana Almaty als Hauptstadt abgelöst zum Unglück aller vom Staat beschäftigten Personen welche zwangsweise alle von Almaty in die Pampa umziehen mussten ob sie wollten oder nicht.

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23.-28.8., Astana

Wir fuhren durch die Stadt auf der Suche nach einem Mc Donalds, reichlich erfolglos und hauten uns sonst wo einen Burger rein und fuhren an den Prunkbauten vorbei aus der Stadt an einem Kreisel vorbei mit Goldenen Einhörnern, wow. Etwas weiter nach dem Kreisel waren alle fleissig am Strassenbauen und wir bogen dort links weg in die Pampa und hatten unseren Campingplatz wo wir ungestört sein konnten. Es wurde echt frisch und in unserem Kinosaal im Auto schauten wir gleich zwei Filme und wärmten uns mit Vodka und Bier für einen tiefen Schlaf. Gegen Mittag fuhren wir in die Stadt ins Mega Astana Einkaufszentrum an welchem sich noch so manches in Europa ein Stück abschneiden könnte kauften wir ein und sassen den Rest des Nachmittags bis in den Abend hinein in einer Burger Bude wo wir uns ins Internet einloggen konnten. Präpariert mit Fleisch und allem drum und dran um Simons Geburtstag zu feiern packten wir unsere Einkäufe in das Auto. Ein Kasache fuhr vorbei und stoppte und sprach uns auf Spanisch an. Er hätte in Barcelona studiert und als er erfuhr dass morgen Simons Geburtstag sei lud er uns zum Essen ein. Er ist Architekt und auf Piket also assen wir zusammen in einem kleinen Restaurant nahe der vielen Hochhäuser, echt nett. Zurück auf unserem ruhigen Platz genehmigten wir uns bis morgens um 3 Uhr noch den einen oder anderen Drink, war wieder echt Kalt, unübersehbar dass wir hier wieder etwas in die nördlichen Teil der Weltkugel hochgestossen sind. Morgens war das Wetter so schlecht und keine Aussicht auf Besserung. Wir blieben im Auto bis 17 Uhr und rafften uns auf nochmals ins Einkaufszentrum zu fahren um restliche Fotos etc. auf die Homepage raufzuladen. Am Abend gab es dann Simons Geburtstagsgrillade. Ja, die Tage in Astana flogen ohne gross was zu unternehmen nur so dahin und wieder kamen wir erst gegen Mittag aus den Federn und versuchten in der Stadt über Skype die Büros für Fähren in Aktau nach Baku zu kontaktieren. Die Mailbox des Unternehmens war so voll dass jedes Mail wieder zurückkam und ein Telefon wird dort anscheinend aus Prinzip nicht angenommen. Die Schiffe dort gehen alle 7 bis 10 Tage und wir wollten herausfinden wie lange wir Zeit haben um nach Aktau zu fahren da das eine riesige Distanz ist und unsere Visa läuft am 13.9.ab also gilt es keine Zeit zu verlieren. Der Tag war schon wieder vorbei und unverrichteter Dinge zurück auf unserem Chilloutplatz. 27.8. und was für ein Wunder, die Sonne schien und der richtige Tag für uns ist angebrochen um die Stadt mit unseren Klappvelos zu erkunden. Wir radelten an einem Gebäude vorbei welches wie ein Ufo aussieht, am Weltgrössten Zelt und ab in den Hochhäuser Urwald wo eines schöner glänzte als das andere an einer riesigen Prunkvollen Moschee vorbei zu dem Wahrzeichen von Astana, dem Fussballpokal ähnlichen Trum mit wunderschön gepflegten Gärten ringsherum. Beeindruckend was da aus dem Boden gestampft wurde in den 20 Jahren, 500 000 Leute leben nun schon in dieser Stadt und es wird immer noch wie wild gebaut. Nach unserer Stadtrundfahrt inklusive Gelati wollten wir uns etwas erholen bevor wir das Nachtleben erkunden um endlich noch etwas Party zu machen.

Wir wärmten uns auf mit drei Bier wobei es Tim ab denen übel verstrichen hatte. Zum Glück fing er sich einigermassen und in der Stadt wirkte der Burger wunder und es konnte losgehen. Im Internet fanden wir einen Klub, Havanna und wir fanden ihn ohne weiter Probleme. Tja, vor dem Eingang fanden wir heraus dass da jetzt ein anderer Klub ist und der Türsteher musterte uns von Kopf bis Fuss und bei den Füssen blieb sein Blick kleben: „I’m Sorry with this Shoe’s you cannot enter!“ unsere Turnschuhe sahen echt nicht aus wie geleckt aber hey, wir erklärten dass wir am Reisen seien und leider kein passenderes Schuhwerk dabei haben und es sei doch der 30igste Geburtstag von Simon, wir seien extra aus der Schweiz angereist er soll doch mal beide Augen zudrücken. Tat er und zack waren wir in der 80iger Jahre Party mit Livemusik angekommen. Leider nicht was wir uns vorgestellt hatten. Das Publikum zwischen 35-50 Jahre hielt sich zurück, alle Damen standen auf der Bunten Tanzfläche während die Herren gelangweilt im Restaurantteil den Damen zuschauten. Unser Bier kostete je fast 10 Dollar und die 5 Chips welche wir auf den Tisch gestellt bekamen verrechneten sie uns gleich auch noch pro Stück. Tim ging mal frische Luft schnappen während Simon zahlte und die Frage des Kellners nach dickem Trinkgeld schön ignorierte, was für ein Reinfall. Wir gaben noch nicht auf und zogen weiter. Ein Restaurant welches zu einem Club umfunktioniert wurde war die Endstation. Teenager hüpften zu hartem Trance auf und ab. Wir parkten irgendwann früh am Morgen in einer Seitengasse. Als die Sonne aufging wurde es so heiss im Auto dass wir herauskrochen und begannen zu packen.

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28.8.-1.9., Fahrt nach Aktau

Wir hatten vor dem Ganzen Block ca. 100 Meter lang genau in den 4 Metern geparkt wo morgens die Sonne hinkommt, echt dumm gelaufen. Nach erneutem Einkauf tuckerten wir los und schafften es auf den doch einigermassen akzeptablen Strassen bis nach Esil wo wir zwischen Bahngeleisen und Strasse ein Platz fanden. Die Strecken sind übrigens vor jedem Hügel mit Gräbern bestückt. Ein klares Zeichen, dass die Leute hier auch ohne Sicht gerne überholen. Weiter gab es auf der Fahrt nach Esil ausser endlos scheinenden Feldern mit teilweise bis zu 10 Mähdreschern drauf, ein paar Vögel und da und dort ein Dorf nicht viel zu sehen. Morgens nach dem Abwasch fuhren wir erst nach Norden nach Qostanay da gemäss den Truckfahrern dies die einzige einigermassen befahrbare Strasse sein. An der russischen Grenze entlang. Die Strasse war echt beschissen, immer wieder hatten wir die Wahl von bis zu 6 parallel Tracks welche links und rechts der Strasse entlang führten. Wir wussten nie welche man wählen sollte, da diese zum Teil sogar noch schlechter wurden als die Strasse selber welche vor ca. 60 Jahren von den Russen gebaut wurde. Teilweise mit 10 Km/h schlängelten wir uns bis 250 Km vor Aqtöbe heran und schluckten viel Staub. Füchse und Pferde hatten wir nebst der trüben Steppe gesehen und wir fuhren weg von der Strasse hinter einen Hügel wo wir nicht gesichtet werden konnten und verdrückten was kleines bevor wir schlafen gingen.

Tags darauf nach ca. 50 Km kamen wir wieder auf eine Strasse welche wunderbar geteert war und eine schöne Abwechslung zum durchschütteln. In Aqtöbe informierten wir uns bei der Tankstelle wie die Strecke über Qandyaghash nach Maqat aussieht oder ob man besser nach Oral hoch fährt und dann dem Zhayyq Fluss alles runter nach Atyrau geht. Sie meinten nach Maqat über Qandyaghash sei etwas holprig aber total Okay, 60 Km/h könne man sicher fahren also war unsere Entscheidung gefasst, wir sparen uns den Umweg von ein par hundert Kilometer und stechen nach Süden. Bis Qandyaghash war die Strasse einigermassen intakt und dann ging es richtig los. Die Sonne und die Trucks haben die Strasse in ein Wellenmeer verwandelt wo man genau auf dem Grat fahren konnte. Sobald ein Truck entgegenkam musste man schön vom Gas gehen, abbremsen und hoffen dass man nicht ein Loch erwischt da egal welche Ausweichlinie man wählte man die Wahl zwischen tiefem Loch und sehr tiefem Loch hatte. Dann war auch irgendwann fertig mit Gratfahrt da die ganze Strasse irgendwie inexistent wurde. Löcher wo man locker einen Mini verstecken könnte. Links und rechts der Strasse schlängelten wir uns mit einer Geschwindigkeit von 10-30 Km/h nach vorne und schluckten Staub ohne Ende. 20 Km vor Maqat fuhren wir soweit von der Stasse weg, dass die Staubwolken der Lastwagen uns nicht mehr erreichen konnten und übernachteten dort.

Morgens holperten wir wieder los mit der Hoffnung ab Maqat irgendwas wie eine Strasse anzutreffen, wir waren dieser Holperpiste langsam überdrüssig. Maqat ist eine Ölbohrstadt und so sah sie auch aus, trostlos, verloren und etwas dreckig. Wir tankten und nach weiteren 20 Km Holperpiste ging es links weg und oh Balsam auf die Seele, geteerte Strasse wo sogar die Mittellinie eingezeichnet ist, wunderbar. Bis Beyneu kamen wir so wunderschön rollend voran und weiterhin gab es ausser Steppe nichts zu Sehen wenn man aus dem Fenster schaut. Hie und da ein Kamel war der Höhepunkt des Tages. In Beyneu tankten wir zu überrissenen Preisen aber man hat ja keine Wahl. Tim wurde ans Steuer gelassen und wie jedes Mal in Kasachstan wenn Tim hinter dem Steuer sitzt geht es nicht lange und die Strasse wird übel. Hier gab es keine Ausnahme. Nach Beyneu gab es keine markierte Mittellinie mehr, die Strasse wurde holpriger und als wir eine Tafel sahen Achtung Schwelle wussten wir was uns blüht, abrupt waren da nur noch Löcher mit Asphalt umrandet zu sehen. Mit flotten 60 Km/h donnerten wir über die Wellblechpiste und die Quittung kam umgehend: einem Platten hinten links. Zack geflickt und weiter ging es mit 20-30 Km/h. Es dunkelte langsam ein und wir versuchten noch Kilometer zu machen und fuhren bis 21 Uhr weiter im dunkeln, dann einigten wir uns das das so echt keinen Sinn mehr macht und bogen ein und schliefen wieder einmal in der Pampa.
Um 5 Uhr morgens hatten wir den Wecker gestellt, fuhren dann effektiv um 7 Uhr ab um die restliche Strecke nach Aktau hinter uns zu bringen. Bei Sayötesh wurde die Strasse wieder super und wir dachten schön das könnte so bleiben bis Aktau. Tja, der Spass mit schönem Rollen auf guter Strasse dauerte lediglich 10 Kilometer und dann ging es weiter wie zuvor aber zu unserer Überraschung gab es endlich etwas zu sehen. Von der Steppe ging es steil hinunter und wunderschöne Steinformationen öffneten sich vor uns. Bei Shetpe war es dann endlich soweit und die Strasse sah wieder aus wie frisch aus dem Ei gepellt. Das Schütteln bis nach Shetpe riss echt am letzten Nerv, vor allem wenn man Strassenarbeiter sieht die statt die Strasse auszubessern die Strassenpfosten links und rechts frisch bemalen, echt stupide.

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1.9. Aktau und das grosses Grenzspektakel

Gegen 15 Uhr fuhren wir in Aktau ein und fuhren gleich zum Hafen um uns zu informieren was jetzt Sache ist. Eine unmotivierte Russin zeigte uns in welches Büro wir gehen müssten. Dort wurde uns mitgeteilt, dass die Fähre um 17 Uhr geht. Wir kriegten uns fast nicht mehr ein und verfielen etwas in Hektik, da wir echt damit gerechnet hatten uns hier für mindestens 1-2 Tage am Strand ausruhen zu können bis die Fähre ablegt. Nun war Feuer im Dach, Sollten wir diese Fähre verpassen könnte es knapp mit unserem Visa werden. Tim rannte aus dem Office zu Simon welcher daraufhin gleich losfuhr in die Stadt um Esswaren und Diesel zu kaufen. Essen gibt es auf der Fähre nicht und Diesel dachten wir sei billiger in Kasachstan als in Azerbjan. Tim rannte mit den Dokumenten zurück um den Papierkram zu erledigten und merkte dann dass er zu wenig Geld für die Ticktets und die Frachtkosten hatte, als er wieder raus rannte war Simon schon weg. Glücklicherweise funktionierte der Bankomat dort, denn Dollar wollten sie nicht nehmen. Der ganze Spass kostete ca. 30 000 Tenge (205 Dollar) wobei Tim nachhackte ob es denn Sein kann dass wir für das Verschiffen des Autos nur 25 Dollar bezahlen während wir pro Person für die Kabine 90 Dollar berappen müssten. Der Typ meinte wir müssten lediglich in Baku noch 60 Dollar bezahlen. Tim meinte an diesem Punkt er hätte lediglich die Papiere für das Auto in der Hand, jedoch noch keine Personentickets. Mit dem Stapel Papier konnte Tim das Hafenareal betreten und musste sage und schreibe 8 Stempel besorgen in verschiedenen Büros vom Feuerwehrheini bis zum Costums. Erste Station war Costums wo es bereits 16.45 war und Tim etwas resigniert meinte als die grosses Theater veranstalteten wir könnten es sein lassen da die Fähre in 15 Minuten fährt. Da kam die grosse Information dass die Fähre erst um 17 Uhr eintreffen werde, dies beruhigte etwas aber da um 17 Uhr das Ticketbüro zumachte und Tim dachte er hätte immer noch keine Personentickets düste er aus dem Office und traf Simon und drückte diesem 200 Dollar in die Hand er solle die umgehend in der Stadt eintauschen in Tenge damit wir die Tickets bezahlen könnten. Zurück im Büro begann der Polizist Stück für Stück das Papier welches ausgefüllt werden musste zu übersetzen. Ein weiterer Tourist kam ins Büro, Adam aus Israel welcher sich auch Stempel für Stempel durchkämpfen muss und wir beschlossen uns da etwas zusammen zu tun. Tim ging schon mal voraus um das nächste Büro zu suchen und humpelte über das ölige mit Holzsplitterübersäte Hafenareal ans andere Ende wo er erfuhr dass er am falschen Ort sei. Bei einem Auto welches vor diesem Gebäude geparkt war stieg er gleich ein und bettelte damit er mitgenommen wird. Nach 200 Meter sah er Adam wieder und stieg aus. Der Israeli hat sich einen Securitytypen geschnappt welcher mit ihm die Büros abläuft um all die Stempel zu kriegen. Tim schloss sich gleich an und schweissüberströmt hatten wir bald 7 Stempel zusammen. Unterdessen merkte Tim dass er ja doch schon die Personentickets in der Hand hielt als er die Dokumente von Adam abglich, das liess alles wieder ruhiger werden. Für den Feuerpolizeistempel mussten wir warten und Tim nutzte die Gelegenheit und ging aus dem Hafenareal um Simon auf den neusten Stand zu bringen. Der Simon war schon am Strand gewesen und hatte ein Bad im warmen Kaspischen Meer genommen da er so lange warten musste. Tim beschloss mit Adam abzusitzen um auf den Typen zu warten welcher noch irgendwo auf dem Schiff unterwegs war. Als wir nach einer Stunde Wartezeit den Stempel endlich kriegten war der Mist geschaufelt und wir hatten immer noch 3 Stunden über bis die Fähre ablegt. Als Adam und Tim aus dem Hafenareal rauskamen war der Simon verschwunden. Mit dem Motorrad mit welchem Adam für 3 Jahre um die Welt reist fuhren die zwei an den Strand wo Simon vermutet wurde und prompt trafen sie ihn dort an. Wir genossen das schöne Wasser und den Strand für eine kurze Zeit und fuhren alle zusammen zurück um die Fahrzeuge Verladebereit im Hafenareal zu parkieren. Letzte Hürde war nur noch das Ausstempeln der Pässe. Tim und Simon standen vor dem Schalter und wurden gefragt wo denn ihre Registrierung sei. Wir hielten unseren Zettel mit dem Stempel welchen wir bei der Einreise gekriegt hatten hin. Der Polizist meinte da fehle noch ein Stempel und dementsprechend hätten wir uns in Kasachstan nicht registriert: „ Please go tot he Migration Police in Aktau Town and come Back in 2 days! Good Bye.“ Ihr hättet unsere Gesichter sehen müssen. Nach dem ersten Schock machte Tim einen lauten Vorstoss mit grosser Geschichte wie denn das alles so gekommen sei und das wir sicher waren wir hätten uns registriert und wir sicher nicht zwei Tage warten könnten da wir dann die Fähre verpassen würden und sowieso unser Visa dann ablaufen würde. Unbeeindruckt liess er uns stehen in dem 1 Meter mal 2 Meter langen Gang. Endlos warten und nicht wissen was los ist, als er uns so wie er meinte Schmiergeldbereit warten lassen hatte kam er zurück und Simon startete einen softeren Klärungsversuch, ebenfalls gescheitert. Wir warteten weiter während Adam plus 4 Franzosen das Abendkino genossen. Tim wurde nach einer Weile in einen kleinen Raum gebeten wo er ihm erklärt wurde, dass es in unserem Fall lediglich eine Verwarnung geben wird und er alles niederschreiben soll für seinen Boss weshalb wir keine Registrierung hätten. Tat der Tim doch gerne und Simon wurde dann auch noch hineingebeten er solle doch alles ebenfalls niederschreiben einfach im gleichen Sinne, nicht abschreiben. Wir erhielten die Pässe zurück und fanden es supertoll dass wir ohne Schmiergeld durchgekommen waren. Kurz bevor wir in den Shuttle Bus einsteigen konnten um zum Schiff zu gelangen wurden wir von dem Polizeibeamten nochmals in den kleinen Raum gebeten wo er mit seinem schlichten Englisch und grosser Geste sagte: „Thank You“. Tim streckte ihm die Hand entgegen und meinte: „ Oh no, Thank you very much, very kind.“ Er schaute etwas Verdutzt und wiederholte energisch: „Thank You“. Wir wussten es war die Schmiergeldstunde. Also packten wir 30 Dollar aus und streckten sie ihm entgegen woraufhin er beleidigt meinte: „No, no, no.“ Und schielt Richtung seine Mappe welche auf dem Tisch lag. Tim hob Sie an und Simon legte die Kohle darunter. Was für ein Schauspiel als er dann seine Mappe nahm und dann effektiv überrascht tat als er das Geld erblickte. Naja das war es dann und zack auf dem Weg zum Schiff waren wir. Wir hüpften aus dem Shuttle und warteten bis wir unser Auto und Adam sein Motorrad in die Fähre bugsieren konnten.

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opa, nach Strand in Mombasa wieder in Nairobi und haben noch was gemacht: Jordanien Fotos komplett hochgeladen, ein Kirgistan Bericht vollständig und 1 Video von Kirgistan sitzt auf Youtube, link anklicken… Kasachstan bericht ist in der Pipeline =)

Wir machen uns heute auf den Weg nach Uganda und flicken an unserer externen Harddisk rum, da die die fotos Israel, Sudan, Äthiopien nicht mehr rausspucken will.. daumen drücken oder sonst falls gute Ideen da sind bitte melden wie wir die Fotos retten können, haben neue externe Harddisk gekauft…

Liebe Grüsse Tim+Simon

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